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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. 230

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. in den Jahren 1509 und 1510
Date
1887-01-01
Page
230 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. in den Jahren 1309 und 1510. Von vr. I. Kraeauer in Frankfurt a. M. III. Am 14. November hatte Maximilian vom Schlosse Man aus den Frankfurter Rat benachrichtigt, daß er das Paduaner Mandat zum Teil aufgeheben und eine Kommission, an ihrer Spitze den Erzbischof von Mainz, eingesetzt habe. Die konfiszierten Bücher sollten sie „dis? 2n ausLueruvA Aeäaektsr vnuZerer eomnuZZioii dekalten^. Auffallend ist nun das weitere Verhalten des Erzbischoss von Mainz. Sobald er den kaiserlichen Erlaß erhalten hatte, ließ er zwar ein Schriftstück aufsetzen, das uns in seiner Einleitung wörtlich das Mandat von Roveredo mitteilt. Diesem fügte er noch hinzu, daß ihn die Last der Geschäfte verhindere, in Person nach Frankfurt zu kommen; statt seiner gebe er dem Doktor der heiligen Schrift Hermann Ortlieb^) und Johann Pfefferkorn Vollmacht, äie irrigen vunä vnAeArimätsu dueker in Gegenwart einiger Ratsdeputierten von den Juden zu fordern. Dieses Schriftstücks, welches vom 2. Januar 1510 datiert ist, schickte aber Uriel von Gemmingen nicht ab; es blieb bis auf weiteres in seiner Kanzlei liegen. Man sieht hieraus, daß der Erzbischof sich wenig um den Inhalt des kaiserlichen Mandats kümmerte. Was der Kaiser ganz besonders im letzteren betont hatte, das Zusammentreten der Kommission und die Berufung der Doktoren, ignorierte Uriel von Gemmingen gänzlich und begnügte sich, die Entscheidung der so wichtigen Angelegenheit nur zwei Männern, Ortlieb und Pfefferkorn, in die Hand zu legen. Letzterer war Mitte Dezember in Worms eingetroffen. Dem Rate dieser Stadt, der das kaiserliche Mandat schon erhalten hatte, überreichte er eine Liste angeblich anstößiger Bücher^); der Rat befahl nun den Juden, genau anzugeben, ') Das Orig. im Franks. Arch.; in Frankfurt langte sie am 27/XII an. H Von Pfefferkorn in äetenLio ö.^> Hermann Heß genannt, s) Das Orig. im Franks. Arch. H Das Orig. im Franks. Arch. Die Liste enthält vorzugsweise Teile der Gemara. Die große Unwissenheit Pfefferkorns im Hebr. zeigt sich auch hier. Statt Issur ^veketter schreibt er?ser von (!) netter.

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