Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Ohne Titel] / L. G.
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
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Nachrichten. ZHZ einem Antiquar in Stuttgart im Anfange der 50er Jahre verkaust. Nach dem Tode des Antiquars wurde die Collection — vor etwa 10 Jahren — mir zum Ankaufe angeboten und ich habe sie um hohen Preis erstanden. Werth und Umfang der Sammlung ist von Herrn v. Shbel sehr richtig charakterisirt worden. Nur die hebräischen Urkunden sind ziemlich bedeutungslos, sie bestehen zumeist aus Abschriften von Einleitungen alter Memorialbücher, die fast alle gleichlautend sind und mit den noch heute in Süddeutschland in den Synagogen geführten Memorialbüchern übereinstimmen. Bon den Urkunden habe ich bis jetzt circa 40 in meinem Buche „Rabbi Joselmann von Rosheim" zum Abdrucke gebracht. Die bedeutsamsten derselben sind die (2. Theil 15. Cap.) mitgetheilten „Artikel vnd Ordenung so durch Joszlin von Roszheim, gemeiner Judisheit Regirer aufgericht vnd beschlossen worden gehalten jm Reichstag zu Augspurg Im jar fünfzehnhundert vnd dreissig," d. h. die von einer aus den Rabbinen und Gemeindevorstehern von ganz Deutschland zusammengesetzten Versammlung für die Juden beschlossenen Gesetze, damit diese ihren Feinden zu Beschwerden fürder keinen Anlaß gäben. Einige wichtige Urkunden aus der Bibliothek zu Straßburg existiren heute nur noch in den erwähnten beglaubigten Abschriften, da die Originale beim Brande der Straßburger Bibliothek vernichtet wurden." In „F. C. Dahlmanns Kleine Schriften und Reden," Stuttgart, Cotta 1886 findet sich S. 372—375 ein Vorschlag für Zulassung der Juden zum akademischen Lehramt (1847). G. Knod: Jacob Spiegel aus Schlettstadt. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Humanismus 2 Theil (Schlettstadter Programm 1886) theilt S. 28 eine Urkunde Maximilians I., Augsburg, 1. Mai 1510 mit. Der Kaiser schenkt, da er der Stadt Colmar die Freiheit gegeben, keine Juden mehr zu halten, zwei Judenhäuser und einen Garten „vor derselben Stat . . . darinnen die Juden ir begrebniß gehabt haben sollen", seinem Secretär Jacob Spiegel. Das „jüdische Centralblatt, zugleich Archiv für die Geschichte der Juden in Böhmen", hrsg. von vr. M. Grünwald, Rabbiner in Pisek (Böhmen) 5. Jahrg. 2 H. (Verlag des Herausgebers) enthält: „Zur Geschichte der jüd. Cultusgemeinde Teplitz in Böhmen" von Samuel Lippmann und „die Juden in Böhmen unter Maximilian II. und unter Rudolf II." von M. Grünwald, 6. und 7. Cap. Eine böhmische Urkunde (mit dtscher Übers.) vom 4. April 1567; Bestätigung der Judenfreiheiten wird mitgetheilt. ' Von dem obengenannten Verf. ist (1885) eine Abhandlung: „Zur Geschichte der jüdischen Gemeinden Pisek und Mirotitz" erschienen. Sie enthält eine Urkunde Kaisers Leopold aus dem Jahre 1693, eine Vollmacht zu einer Einschätzungs-Commission (jüd. Quotenvernehmung) 1673, zwei Zeugnißzettel 1785: Angabe der von den Juden gewählten Familien-