Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 2
- Article
- Kleine Beiträge zur deutschen Geschichte aus jüdischen Quellen
- Date
- 1887-01-01
- Page
- 199 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Kleine Seiträge )ur deutschen Geschichte aus jüdischen Ouellen. 1. Zu den Kämpfen Ottos IV. und Philipps von Schwaben 1198. 1199. Von Moritz Stern. Der Rabbiner Elieser ben Joel halevi (1160— c. 1235), am Ende des 13. Jahrhunderts in Bonn ansässig/) erlebte in nächster Nähe den Kamps, der sich am Mittelrhein 1198 und 1199 zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. abspielte. Eine Anfrage, die an Elieser wegen der Wiederverheirathung einer Frau gerichtet wurde, deren Mann — Alexander aus Andernach — während dieses Krieges verschwunden war, veranlaßte ihn, in dem ungefähr anderthalb Jahre nach diesem Unfall geschriebenen Responsum auf die Einzelheiten des Kampfes näher einzugehen. Die hierbei von ihm gegebene Schilderung ist insofern werthvoll, als sie, unmittelbar nach dem Kampfe niedergeschrieben, im vollen Umfange die anderen uns bisher bekannten Quellennachrichten bestätigt, zum Theil sogar neuen Aufschluß giebt. Der Brief Eliesers findet sich in seinem Werke Sefer Rabiah, von dem der betreffende Theil noch unedirt ist. 2) Er ist uns jedoch auch in dem Werke seines Schülers, R. Isaak b. Mose (c. 1200—1270), Or Sarua (ed. Szhtomir 1862) I, 194 erhaltend) Die aus den Krieg bezügliche Stelle folgt hier in deutscher Übersetzung: R. Alexander^) und sein Schwiegervaters wohnten in der Burg Sahn unter dem Grafen von Sahn. Als nun zwischen den beiden Königen im zweiten Kriege (1199) gekämpft wurde, lagerte das Heer des Königs Philipp an der Mosel. Aber noch bevor König Philipp mit seinem Heere nach Koblenz gekommen war, kehrte König Otto, ohne zu warten, um; denn er hatte gehört, daß jener ein starkes und zahlreiches Heer mit sich führe. Es wurde daher damals garnicht gekämpft, wie dies im ersten Kriege, im 1) Siehe über ihn die eingehende Arbeit von H. Groß: „Elieser b. Joel halevi. Ein literarhistorischer Versuch" (Mtsschr. f. Gesch. u. Miss. d. Iudth. 1885. S. 303 ff.). 2) Nur der auf den Traktat Berachot bezügliche Theil ist veröffentlicht (N. Dembitzer. Krakau. 1882). 2) Einige Berichtigungen des Druckes im Or Sarua auf Grund einer Handschrift des Rabiah (cod. Halberstam 239 Z 900) giebt Groß, a. a. O., S. 317 Anm. Vgl. auch daselbst S. 370. 4) Er stammte, wie der Schluß des Responsums ergiebr, aus Andernach. 5) R. Ascher hacohen.