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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 2 · p. 190

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 2
Article
Die Bedeutung der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main seit dem sechzehnten Jahrhundert
Date
1887-01-01
Page
190 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Die Bedeutung der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main seit dem sechzehnten Jahrhundert. Von L. Neustadt. Ter Fall der Nürnberger Gemeinde im Jahre 1498 übte eine mächtige Wirkung aus auf die Gemeinden des Reichs. Andere Städte und Territorien ahmten das gegebene Beispiel nach, wie Ulm und Nördlingen, auch Colmar. In der weitverzweigten Diöcese Mainz, im Hochstift Fulda langten dahingehende Schreiben ein aus der Kanzlei des römischen Königs. Aus den fränkischen Landen wurden die Juden 1515 gewiesen, Regensburg folgte 1519, die Wellen der religiösen Bewegung spülten in der Felge so manche blühende Gemeinde hinweg. Eine Reihe anderer Herrschaftsgebiete, wie die bayerischen und schleichen Herzogthümer, hatten sich schon ein halbes Jahrhundert früher unter dem Eindruck der Predigten des Mönchs Capistrano ihrer jüdischen Ansiedler entledigt. 1492 erfolgte bekanntlich die Vertreibung der Juden aus Spanien und bald darauf aus Portugal. Hunderttausende mußten die pyrenäische Halbinsel verlassen. Der Strom der Auswanderer ergoß sich nach den Küsten des Mittelmeers. Viele wandten sich auch nach ferner liegenden Ländergebieten. Südfrankreich, England, etwas später Holland haben damals ihre Judenansiedlungen erhalten. Von deutschen Gemeinden nahm Hamburg zuerst die Verfolgten auf. Die aus Reichsgebieten Gewiesenen vertheilten sich auf diejenigen Gemeinden, welche von der allgemeinen Bewegung sich fernhielten; sie nahmen wesentlich Antheil an deren Vermehrung und Blüthe. Ein charakteristisches Beispiel hierfür ist die Frankfurter Gemeinde. Von einem Einfluß derselben im dreizehnten, vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert ist wenig zu verspüren. Die durch die lokale Forschung bisher bekannt gewordenen Nachrichten sind für das Mittelalter noch recht spärlich zn nennen, und wenn auch die noch zu hebenden archivalischen Schätze manche schöne Beiträge zur Geschichte der Gemeinde aus früheren Jahrhunderten liesern werden, so darf doch schon soviel als feststehend betrachtet werden, daß auch in den besten Jahren des fünfzehnten Jahrhunderts nie mehr als rund 30 steuerzahlende Mitglieder der Gemeinde aufgeführt werden. So blieb auch das numerische Verhältniß, als der Rath seine Juden 1462 in die nach ihnen benannte Gasse am Wollgraben

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