Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 2
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Richard Maria Werner, Nicolai und seine Freunde über Mendelssohn. abgesetzt, als der Hr. Pr. Lüdke Ew. Hochehrwürden Schreiben mit den Zusätzen bekam. Sie wurden Hrn. Moses mitgetheilt, der darauf die 8ub Z. befindliche Erklährung gab, und als behdes den Hr. O. C. R. Spalding übersendet worden, so erklärte Er sich Lud O. das des Hr. Moses Anmerkungen Ew. Hochehrwürden vorher mitgetheilt werden müste p^. Ich habe also das gantze Msp. von Buchdrucker abholen laßen und besohlen die bereits abgesetzten Seiten bis zu Ihrer nähren Erklährung stehen zu laßen, und sende anbey ebengedachte Stücke, nebst den Zusätzen selbst. Die Antwort habe ich, um das xorto zu sparen nicht beygelegt, weil aus den Zusätzen erhället, daß sie davon eine Abschrift haben, und des Hrn. P. Zollikofers Veränderungen nicht eben wesentlich sind, und meist nur die Schreibart betreffen. „Ew. Hochehrwürden werden aus diesen Aufsätzen ersehen, wie die Sache stehet, und überlegen wie sie ihre Zusätze einrichten wollen. Ich unterfange mich nicht Ihnen darin einen Rath zu geben. So sehr ich mit vielen Freunden der Wahrheit wünschtedaß der Streit zwischen Ihnen und Hrn. Moses nicht weiter vortzesetzt werde, so wenig kan ich Ihnen abrathen öfentl. zu sagen was Sie zu Ihrer Verantwortung für wichtig halten. Sie sind gewiß gegen Hrn. Moses eben so billig daß Sie ihm nicht verargen, wenn er zu seiner Verantwortung verschiedenes darauf erinnern muß. Wenn dadurch der Streit erneuert wird, so geschiehst es gewiß sehr wieder seinen Willen. Seine Zeit ist so sehr eingeschränkt, daß er sie aufs Streiten am ungernsten anwendet, er stehet, daß Sie und Er so verschiedene Grundsätze hegen, daß Sie kaum recht durch Privater'örterungen, am wenigsten aber durch ösentlichen Schriftwechsel, etwas ausmachen werden, und Sie werden auch merken, daß Ihm nach seinen Grundsätzen der Streit so wichtig nicht ist, als Ihnen nach den Ihrigen. Er kann viele Sachen dahingestellt sehn laßen, die Sie genau erörtert wißen wollen. Sie wünschten, daß er ferner kein Jude bliebe, er hat aber nichts darwider einzuwenden, daß sie ein Est bleiben. „Ich bitte Ew. Hochehrwürden nur, mir mit der ersten, oder wenigstens 2ten Post, zu antworten, damit mein Buchdrucker nicht alzulange aufgehalten werde. Eines muß ich noch erinnern. Sölten sie etwan für gut finden, Ihre Antwort nunmehr in Zürich abzudrucken, so muß ich mir es zwar gefallen lassen, und da ich darüber schon ein Chursächs. Privelegium genommen haben, so will ich mich deßen nicht bedienen, sondern es auf diesen Fall Ihrem Verleger abtreten. Nur läst Hr. Moses bitten die Ihnen bloß zur Durchsicht mitgetheilte Nacherinnerung auf keine Weise dort abdrucken zu laßen. Weil er auf den Fall, daß Sie ihre Antwort 2) Hamann an Nicolai 27. Jänner 1770: „Unser deutsche Phädon scheint mich gantz vergeßen zu haben. Die Nachricht von seinem Briefe an Lavater hat mich eine halbe Nacht wie Pilatus Weib ^in Klopstocks Messias^ ich weiß nicht warum? schlaflos gemacht........Wir werden hier wol einige Posttage noch auf HE. Mendelssohns Sendschreiben warten müßen. — Eine Verlegenheit von beiden Seiten scheint mir in solchem Fall unvermeidlich zu sehn, und eine aufrichtige Erklärung kommt mir so unmöglich vor, als ich selbige für nöthig und statthaft halte".