Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte der Juden Deutschlands im frühern Mittelalter
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 33)
- Language
- German
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R. Hoeniger, Zur Geschichte der Juden Deutschländs im frühern Mittelalter. 97 zählt, daß der arg verschuldete Kirchenfürst vor seinem Tode Sorge getragen habe, daß seine christlichen und jüdischen Gläubiger befriedigt würden^). Von wucherischer Ausbeutung ist auch hier noch nicht die Rede. Die Stelle ist im übrigen zu farblos, als daß sie irgend einen weiter gehenden Schluß gestattete. Bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts schweigen die Quellen. Da aber tritt uns wie mit einem Schlage ein völlig verändertes Urtheil über die Juden entgegen. Als Bernhard von Clairvaux im Jahre 1146 von Verfolgungen der Juden abmahnt, gebraucht er bereits einen technischen Ausdruck für jüdischen Wuchers, Abt Peter von Cluny häuft in derselben Zeit schon alle die späteren Beschuldigungen wucherischen und unehrlichen Erwerbs auf sie 2), und Friedrich Barbarossa nennt in einem Privileg für den Herzog von Oesterreich Juden und Wucherer in gleicher Linie Im Jahre 472 bemerkt Sidonius Apollinaris in einem Empfehlungsbrief für einen Juden an den Bischof von Tournai: solent Kuwseeivoäi komiues Kouestas Kaders eau8Ä8^). Diese Anschauung mag für Deutschland im wesentlichen bis in das 11. Jahrhundert hinein Geltung gehabt haben. Der Umschwung in der öffentlichen Meinung kann sich unmöglich so völlig unvermittelt vollzogen haben, wie er uns in der Überlieferung entgegentritt. Wir erkennen nur, wie so oft bei derartigen Vorgängen des wirtschaftlichen Lebens, nicht genau die einzelnen Stufen der EntWickelung. Soviel aber sieht man ohne weiteres, wie früher Jude und Kaufherr identische Begriffe waren, so beginnt jetzt die Vorstellung sich zu bilden, daß Jude und Wucherer sich decken. 2) Ida proouratoridus rsrum episoopalium aooitis, pollieitae sidi üäei nsosssitate sivAulos eonstrixit, ut in exsolvenüis Hiiae üededat — vam aeris alieni von exiZaas <zuantitati tensdatur odooxws — sine personarum aeoeptationv pro so siieeeÄerent, eanäeni iustas retridutionis üdelitatem ut i» okristiavo similiter et in in6eo oustockientes. Vita. 8. ^.Qnouis, N. 6. 88. XI 8. 502. 2)?eius iuäai^ars äolemus (ÜQri3tiano3 ioeneratores si tarnen Okristiavos, et von maZis daptisatos ^suäaeos eoavenit appellare. Leraliaräi opsra e<Z. NadiUoo.?aris 1719 kol. 1 p. 329. ^) <Zuid proäerit ivimieos odristianas spei in exteris aut rewotis Luidus ivsec^ui ae perse^ui, si uecirlaiii dlaspuewi, lovASHue 8arraoenis Äeteriores lullasi nori lovZe a vodis, se<1 in medio vostri . . . öaristuin . . . dlaLpkeraavsrint . . . ^0Q, iuyuain, ut oeoiäavtur aämoveo, seä ut eovArnente veguitiae suae inoäo pnniantar, exliorto... Huiü iustius, <iua.vi ut kis <zuae irauäuleiiter luerati sunt <IestituaQtllr, cznae ne^uiter lurati sunt, ut Urions et <^u06 peius est, ouousHus anÄaeibus et iuipuaitis aukerantur. ^on enilu <Ze simpliei s^ri eultnra, von äe le^ali militia, noii Äs ^uolidet nonesto et utili oküoio dorrea siia truAibus, eellaria vino, marenpia nuralnis^ aroas auro sive arZsuto vumr»- laut . . . ^.ukeratur erZo, vel ex maxiwa parte imiiiiiiuatur lu^aieariiw äivitiarmn male parta pinZuetnÄo. . . . Reservetrir eis vita, sukeratur pevunis. (öou^uet, Reeusil Äes wst. 6es (?au1es XV 8. 642). Der Herzog erhält die Erlaubniß: teuere Iliäaeos et usurorios pudUeos ^U03 vu^Zus vooat Aav^ertseliii!. 1^1^. II. 8. 101. 5. y 8i<Z. ^p. Lpistola e6. Laret. ep. VI. 8. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutschl. 7