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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 4 · p. Seite 252

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 4
Article
[Rezension] / Elbogen, Ismar
Date
1937-01-01
Page
Seite 252 (sequence 1)
Language
German
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Literatur Max Grunwald, V i e n n a. Jewish Communities Series. Philadelphia 1936. Jewish Publication Society of America, XXIV und 557 S. In der Bibliographie, welche das vorliegende Buch begleitet (S. 531—38), erscheint der Name des Verfassers so häufig, daß an seiner Kompetenz zu einer Zusammenfassimg der reich bewegten Geschichte der Juden in Wien nicht zu zweifeln ist. Die Fülle seiner Vorarbeiten hat es ihm ermöglicht, den überwältigenden Stoff in übersichtlicher anschaulicher Form darzustellen. Er hat aber auch versucht und verstanden, ein Stück von dem Charme, der sich mit dem Namen Wien verbindet, in seiner Erzählung aufzunehmen. Man liest daher das vorliegende Buch mit Gewinn und Genuß. Auch die Übersetzung ins Englische, die von dem Historiker Dr. Salomon G r a y z e 1 mit Sachkunde und Sprachkenntnis angefertigt ist, trägt zur Freude an dem Buche bei. Es umfaßt die ganze bekannte Geschichte der Juden in Wien vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. Seltsamerweise geht der Verfasser auf die Frage einer eventuellen jüdischen Siedlung an der Donau in der Römerzeit nicht ein und beginnt erst mit der Raffelstätter Zollordnung 906 und der Herrschaft der Babenberger. Das Bild ist trotz der verhältnismäßig reichen Quellen für das Mittelalter nicht so klar zu zeichnen wie für die späteren Jahrhunderte. Der Verfasser unterscheidet „das erste Ghetto" (bis 1421) S. 1—73, „die zweite Gemeinde" (1451—1670) S. 75—112, „die dritte Gemeinde" (1676 ff.) S. 113— 165. Die neuere Zeit, die er nach dem Tode Josephs II. beginnen läßt, zerfällt in die Kapitel „Die Zeit vor 1848" S. 167—252, „Das Jahr 1848" S. 253—2S1, „Die Reaktion" S. 285—409 und endlich „Die Neuzeit" seit etwa 1900 S. 411 — 478. In dieser langen und wechselvollen Geschichte sind sehr viele interessante Persönlichkeiten und für das Judentum wichtige Bewegungen zu nennen — es braucht mir daran erinnert zu werden, daß Theodor Herzl in Wien lebte und den Zionismus begründete —, so daß das Buch überaus reich ist an Anregungen und Belehrungen. Eine Reihe von Anhängen (S. 481—530) gibt zu den Ausführungen des Textes nähere Ausführungen und faßt besonders solche Kapitel zusammen, in denen sehr viele Einzelheiten und Namen zu nennen sind, z. B. die Toten des Währinger Friedhofs, die jüdischen Journalisten des Jahres 1848, die berühmten Wiener Ärzte und sonstigen Wissenschaftler, die sozialen Institutionen, die Wirksamkeit des Hauses Rothschild usw. Für die Quellenforschung wäre es sehr erwünscht, wenn der Verfasser das Geschäftearchiv der Familie Steuss aus dem 14. Jahrhundert einer weiteren Öffentlichkeit bekannt machen wollte. Erwünscht wäre es auch gewesen, wenn Grunwald die Darstellung nicht nur unter dein jüdischen Aspekt gestaltet hätte. Unbegreiflich ist es, daß die Oberrabbiner Güdemann und Chajes sowie die Israelitisch-Theologische Lehranstalt nicht erwähnt sind. Aber wir dürfen dem Verfasser dankbar sein für das, was er geboten hat. Berlin. Ismar Elbogen. Moritz Stern, Die israelitische Bevölkerung der deutschen Städte. Ein Beitrag zur deutschen Städtegeschichte. Mit Benutzung archivalischer Quellen. 7. Worms. Erstes Heft: Die Reichsrabbiner des 15. und 16. Jahrhunderts. Berlin 1937. Unter den zahlreichen historischen Arbeiten des Seniors der jüdischen Historiker — meist Quellen und Urkunden zur Geschichte der Juden in Deutschland — ist diese Reihe wohl die fruchtbarste. Die Auswahl der Städte war von äußeren Umständen abhängig (Vorwort zu Heft 2). Heft 1 behandelte Überlingen am Bodensee (1891), Heft 2 Kiel (1892), Heft 3 Nürnberg im Mittelalter (1894/96), Heft 4 steht noch aus, Heft 5 Regensburg im Mittelalter, 1. Heft 1932, 2. Heft 1934, Heft 6 Varia: 1. Heft: Aus Württemberg (1936), brachte urkundliches Material über die Ausweisung der Juden aus den Städten Hall, Reutlingen und Ulm am Ende des 15. Jahrhunderts und über die Art, wie mit ihrem „fahrenden und liegenden Gut" verfahren wurde. Die drei im siebenten Hefte 252

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