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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 138

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
Süßkind von Trimberg
Date
1937-01-01
Page
Seite 138 (sequence 1)
Language
German
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Süßkind von Trimberg Von Meier Spanier .Auf jeden Fall hoffen wir den Freunden der jüdischen Literatur im weitesten Sinne des Wortes eine angenehme Gabe zu bringen". Franz Delitzsch, Süßkind von Trimberg (mit den Gedichten nach Bodmer und v. d. Hagen), Literaturblatt des Orients 1840 Nr. 10, S. 149. Wenn die Züricher Patrizier Rüdiger (gest. 1304) und Johannes Man esse (Sohn, gest. 1297) als leidenschaftliche Liebhaber und Förderer höfischer Sangeskunst nicht im Verein mit gleichgestimmten Freunden eifrige Sammler von Liedern und Sprüchen gewesen wären, die dann in einer kunstvoll geschmückten Handschrift vereinigt wurden, und wenn man unter den 140 Dichtern, geordnet nach den Ständen, in der Reihe der Bürgerlichen nicht auch einen Juden aufgenommen hätte, so wüßten wir gar nichts von Süßkind von Trimberg. Wie diese Sammlung zustandegekommen ist, hat auf eine sehr anmutige Weise Gottfried Keller in seiner Novelle Hadlaub gezeigt, und seine dichterische Phantasie hat in allem Wesentlichen und Tatsächlichen sich gar nicht weit von den Feststellungen moderner Forschung entfernt. Johann Jacob Bodmer, auch ein Züricher, hat in seiner Sammlung von Minnesingern (1758/59), nachdem er schon 1748 Proben aus der alten schwäbischen Poesie des 13. Jahrhunderts gegeben hatte, die Gedichte Süßkinds bekannt gemacht. Aber erst durch Friedrichs von der Hagen große wissenschaftliche Ausgabe „Minnesinger", Leipzig 1838, ist der Dichter in jüdischen Kreisen bekannt geworden, besonders nachdem Franz Delitzsch im „Orient" 1840 in einem interessanten Artikel auf diese Veröffentlichung hingewiesen hatte1). L) Literatur: Friedrich v. d. Hagen, Minnesinger. 1838. 2, 238—260; 4, 536—538. — Fridrich Pfaff, Die große Heidelberger Liedernandschrift. I. Teil Textabdruck 1909. S. 1173 ff. — Sillib, Panzer, Haseloff, Die Manessische Liederhandschrift. (Genaue Reproduktion und Abhandlungen.) Insel-Verlag. Leipzig 1929. — Franz Delitzsch (in: Literaturblatt des „Orient". 1840 Nr. 10 und 11). — Theodor Creizenach, Pfeiffers Germania 14, 127 (Referat). — H. Graetz, Geschichte der Juden. Bd. 6. — Livius Fürst, Illustrierte Monatshefte für die gesaraten Interessen des Judentums. 1865. (Lyrisch-romantische Darstellung mit sehr freien Übertragungen.) — Pfarrer Dr. G. Krätzinger, Ein Jude unter den Minnesingern (in: Wyneckens deutschen Blättern 1874, S. 519ff.; nach Fürst und Graetz.) — Wilhelm Goldbaum, Entlegene Kulturen. 1877. 5. 275ff. — H. Schmolke (in: Magazin für die Literatur des Auslandes 1877 Nr. 43; Übertragung v. 3 Gedichten). — A. Lewin, Rahmers Jüdisches Literaturblatt Bd. 13, Nr. 3 u. 4 zu Nr. 8 (Spaniers Entgegnung und die Schlußbemerkung). 1884. — S. Gelbhaus, Über Stoffe altdeutscher Poesie. 1887. — M. Güdemann, Geschichte des Erziehungswesens und der Cultur der abendländischen Juden. Bd. 1 (1880), 133 ff. Bd. 3 (188), 187 ff. — R. M. Meyer, Zeitschrift für deutsches Altertum 38, 201 ff. und Allgemeine Zeitung des Judentums 138

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