Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Die Juden im preußischen Staate von 1837
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 2)
- Language
- German
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Miszellen Staats-Zeitung" am IQ. August 1838 folgende Bemerkung: „Dieser Zuwachs kann nur entstanden sein entweder dadurch, daß Juden, welche sich am Ende des Jahres 1822 schon im preußischen Staate befanden, bei der damals vollzogenen Zählung übersehen und erst bei den folgenden Zählungen in dieselben aufgenommen worden sind, oder dadurch, daß ein Übergewicht der von außen her Angezogenen über die Ausgewanderten stattfand." Im einzelnen betrug diese „außerdem"-Zunahme 1823-25 ........ 2014 1826-28 ........ 1602 1829-31........ 2125 1832-34 ........ 2361 8102 1835—37 verminderte sich diese Zahl um..... 836 Es verblieb also 1823—37 ein „außerdem"-Überschuß von 7266 jüdischen Seelen. Dazu schreibt die „Staats- Zeitung": „Hiernach nahm in den ersten 6 Jahren dieses Zeitraums diese außerordentliche Vermehrung der Anzahl der Juden stufenweise ab, wie die Aufmerksamkeit . . . der Behörden auf die Richtigkeit der Zählungen und auf Einwanderungen ohne Erlaubnis wuchs ..." Die Feststellung, daß die Juden des preußischen Staates in den Jahren 1823 —1837 einen Zuwachs von 33 054 Seelen allein durch den Geburtenüberschuß (Durchschnitt I1/3 v. H.) zu verzeichnen hatten, wird von der „Staats- Zeitung" mit folgender Erläuterung begleitet: „Dieser ansehnliche Zuwachs entstand nicht sowohl durch eine große Anzahl der Geborenen als vielmehr durch eine geringe Sterblichkeit. . . Da diejenigen Juden, welche heiraten, in der Regel schon in frühen Lebensjahren in den Ehestand treten und da ihre Ehen gewöhnlich sehr fruchtbar sind, so kann die verhältnismäßig geringere Anzahl der Geborenen nur daraus entstehen, daß viele Juden unverheiratet bleiben, weil sie nicht die Mittel besitzen, eine Familie zu ernähren. . . Es verloren die Einwohner des preußischen Staates überhaupt hoch etwas über ein Fünftteil, die Juden noch nicht ganz ein Sechsteil der sämmtlichen Gebornen noch vor Ende des ersten Jahres nach der Geburt. . . Unter 10000 Gestorbenen überlebten das 70. Jahr bei den Einwohnern des preußischen Staats überhaupt 1171, bei den Juden 1540. ... Da sehr viele Juden in großer Armut leben und daher viele Entbehrungen ertragen müssen: so scheint es nur durch ihre Mäßigkeit, besonders in Bezug berauschender Getränke, erklärt werden zu können, daß so viele unter ihnen ein hohes Alter erreichen. Im Allgemeinen dürfte hiernach das Beispiel der Juden zeigen, wie viel Leben erhalten werden könnte, wenn eine verständige Schonung der Schwangeren und Säugenden und eine größere Mäßigung im Gebrauche des Branntweins unter der großen Mehrheit der Bevölkerung allgemein würde. . ." Als die vier von Juden am stärksten bewohnten Regierungsbezirke erwiesen sich nach der Zählung von 1837 Posen, Bromberg, Marienwerder, Oppeln; es wohnten im Bezirk Posen . . 52 017 Juden im Bezirk Bromberg . 22179 „ im Bezirk Marienwerder 13 777 „ im Bezirk Oppeln . . 13179 „ insgesamt 101152 Juden, d. h. fast 5/a der jüdischen Bevölkerung des preußischen Staates von 1837. In diesen Bezirken gab es 53 Städte mit jüdischen Gemeinden von mehr als 500 Seelen, nämlich: Posen (6828), Kempen (3474), Lissa (3470), Krotoschin (2213), Inowrazlaw (1917), Rawitsch (1786), Schwersenz (1596), Gnesen (1579), Grätz (1557), Ostrowo (1518), Schwerin (1513), Zempelburg (1497), Rogasen (1482), Fordon (1453), Filehne (1380), Wreschen (1351), Kurnick (1158), Meseritz (1155), Wittkowo (1105), Chodziesen (1062), Czarnikau (944), Schrimm (907), Wollstein (834), Wronke (813), Schönlanke (809), Lobsens (809), Samter (799), Nakel (787), Neustadt bei Pinne (775), Birnbaum (760), Zülz (752), Märkisch- Friedland (730), Pieschen (721), Exin (717), Krojanke (711), Pinne (707), Öbrzycko (700), Labischin (690), Schneidemühl (688), Kozmin (658), Ober-Beuthen (631), Gleiwitz (624), Ratibor (580), Tuchel (572), Fraustadt (565), Miloslaw (552), Wongrowitz (543), Borek (532), Jarotschin (526), Deutsch - Krone (526), Peiskretscham (520), Murowana-Goslin (510), Santomischel (506). Zu der vorstehenden Übersicht gibt die „Staats-Zeitung" die folgende in- 8* 115