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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 85

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
Die jüdischen Gemeinden in Elsaß-Lothringen 1871 - 1918
Date
1937-01-01
Page
Seite 85 (sequence 9)
Language
German
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Oswald Lassally. Oberhofagent Feidel David, der Vorgänger .Weyer Amschel Rothschilds alle dieser Vereine hatten sich dem Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland organisatorisch eingegliedert Als man den Versuch machte, dem Wanderarmenunwesen durch Provinzialkassen zu begegnen, die, in regionaler Abgrenzung die Kräfte zusammenfassend, die Wanderarmen durch Arbeitsbeschaffung und Heimführung von der Landstraße fortbringen sollten, wurde in Metz 1911 der Zentralverband der jüdischen Wanderfürsorge Lothringen und Luxemburg gegründet. Dem 1869 gegründeten Deutsch-Israelitischen Gemeindebund, der in freiwilligem Zusammenschluß eine Gesamtorganisation der jüdischen Gemeinden erstrebte und eine Anzahl von gemeinnützigen Anstalten der fürsorglichen Hilfstätigkeit unterhielt, gehörten die nennenswerten Gemeinden an. Besonderen Aufgaben Elsaß-Lothringens diente die 1915 gegründete Gesellschaft für die Geschichte der Israeliten in Elsaß- Lothringen, der 1902 gegründete Rabbinerverband, die Pensionskasse für Kantoren in Elsaß-Lothringen und die Versicherungs- und Pensionskasse für Witwen und Waisen der israelitischen Kultusbeamten in Elsaß-Lothringen (beide in den 90er Jahren gegründet). Dem nach 1900 gegründeten Verband jüdischer Jugendvereine in Deutschland gehörten Jugendvereine in Hagenau, Lingolshein und Straßburg an. Verhältnismäßig spät fand der Centraiverein Eingang in Elsaß-Lothringen. 1911 wurde in Straßburg die erste Ortsgruppe gegründet Altelsässer und aus Deutschland Zugewanderte waren gemeinsam ihre Träger. Es folgten weitere Ortsgruppen in Metz, Colmar, Diedenhofen, Weißenburg, Hagenau, Bischweiler und Bischheim. Um die Jahrhundertwende kam es auch vereinzelt zur Gründung von Ortsgruppen der Zionistischen Vereinigung. Oberhofagent Feidel David, der Vorgänger Meyer Amschel Rothschilds Von Oswald Lassally Feidel David stammte aus Elgershausen, einem kleinen Orte bei Kassel, wo im Jahre 1744 seine Mutter aufgeführt wird als „David Veit's Relicta", d. h. Hinterlassene oder Witwe1). Der Vater von Feidel David hieß also David Veit oder Veidel. Sein Sohn Feidel David muß um 1725 geboren sein, denn in einem Gesuch vom 18. Februar 1785 bezeichnet er sich selbst als einen „Mann bey Jahren, welcher die 60 Jahre schon passieret"2). Er siedelte wohl x) Verzeichnis derjenigen Juden, welche mit Schutz in den hessischen Fürstentümern und in den inkorporierten Landen versehen waren, vom 31.8.1744, Staatsarchiv Marburg, JudenschaftL Kammerarchiv Rep. XVI. 2) Staatsarchiv Marburg, Kasseler Geh. Ratsakte 2457, Blatt 10. 85

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