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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 55

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 1
Article
Von den Juden in Bornheim
Date
1937-01-01
Page
Seite 55 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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turalleistungen der Bornheimer Juden haben in anderen deutschen Territorien des IS. Jahrhunderts ihre Parallele, z. B. in den Krametsvögeln und Martinsgänsen der Binger Juden, die sie an die verschiedenen Obrigkeiten zu leisten hatten9), in den Federlappen der Offenbacher Juden, die sie bis zum Jahre 1876 an die Rentkammer der Fürsten zu Ysenburg-Büdingen entrichteten10). Diese Naturalleistungen wurden aber auch öfter durch Geld abgelöst, so z. B. die erwähnte Abgabe der Offenbacher Juden durch das Federlappengeld seit 177610); die Heddernheimer Juden11) zahlten noch 1804 das Fastnachtshuhnsgeld, das Rauchhuhnsgeld, das Gänsemästgeld unter anderen Abgaben an den Fürsten von Nassau- Usingen, ebenso das Botengeld, das anscheinend an die Stelle der persönlichen Botendienste getreten war, die die Bornheimer Juden zu leisten hatten. Welchen Berufen die wenigen Juden der Herrlichkeit Bornheim oblagen, läßt sich aus den Angaben nicht entnehmen; vermutlich waren sie wie anderswo im Kurfürstentum Köln Kleinhändler und Vermittler12). Auch ob .man mit Priebatsch13) annehmen darf, daß sich das Verhältnis der Herrschaft Bornheim zu ihren Juden wie in den andern kleinen Territorien zumeist ganz patriarchalisch gestaltete, muß dahingestellt bleiben. Die späteren Nachrichten über die Juden in Bornheim sind ebenfalls dürftig. Nach dem Bericht des Gerichtes Bornheim an den Kurfürsten von 1774 und 1778 besaß von den Bornheimer Juden nur die Wittib Leifmann an liegenden Gütern ein Haus samt einem dahinter liegenden Garten133). 1794 zählt Bornheim vier jüdische Steuerzahler, die bis zu diesem Jahre der 9) Grünfeld, Zur Geschichte der Juden in Bingen a. Rhein (1905), S. 19. 10) Guggenheim, Aus der Vergangenheit der israelitischen Gemeinde zu »ffenbach a. M. (1915), S. 93. ") Staatsarchiv Wiesbaden VIII Reg. Wiesb. 406 III vom 12. Juli 1804. 12) s. die Judenordnung von 1700, Caput tertium, bei Scotti a. a. O. 1S) Die Judenpolitik des fürstlichen Absolutismus im 17. und 18. Jahrhundert (Festschrift — Dietrich Schäfer 1915), S. 567—571. 133) s. oben Anm. 7. Obrigkeit 259 Reichstaler 35 Albus 4 Heller Steuern schulden1*). 1841 werden in Bornheim 17 Namen von Juden genannt, von denen 5 ohne Gewerbe, 1 Regenschirmflicker, 1 Angestellter, die übrigen Händler und Metzger sind15)- 1866 wurde die Synagoge erbaut16). 1885 zählte Bornheim unter 1714 Einwohnern 18 Protestanten und 105 Juden17), 1895 Bornheim- Brenig unter 2467 Einwohnern 78 Protestanten und 102 Juden18). Anlage. (Stadtarchiv Köln, Abt. Auswärtiges Nr. 36 b.) Genawe Verzeichnis aller dem hochadelichen Hauhs Bornheim dermahlen jahrs eindienen sollender zenthen und gefallen. . . Eingericht im jähr 1736. 4» (126 Bl. und 10 Bl. alphabetisches Register), f. 42: Juden Geleidt. Wan ein frembder Judt nach erhaltener herrschaftlicher hochgnädiger Er- Iaubniß sich in hiesige Herrschaft häuslich niderlassen, wie auch, wan einen hier eingesessen juden Vatter und Mutter absterben und der Sohn in der Herrschaft wohnendt bleiben will, so muss derselb vorläufig gnädiger Herrschaft fürs Geleidt entrichten 10 Rthlr (= Reichsthaler). t. 44: Juden Tribut Unter denen in hiesiger Herrschaft nemblich in Bornheim und Hodorff nider gesessenen Juden muss ein jeder für sich und seine Familie ahn Tribut oder Schutzgeldt jahrs bezahlen ad 14 Guld. Cölln. Diese Familien sindt dermahlens nemlich: Liffman Moyses Izman Heijman Lazarus Heijman Isac Liberman Jacob Levi und Abraham Rüben. 14) Staatsarchiv Düsseldorf, Roer- Dep. Praef. II Div. 1 Bureau 3. Juden n. 4. 15) Verzeichnis in der Bürgermeisterei Waldorf, das ich dem dortigen Bürgermeister verdanke. 16) s. Memorbuch. 17) Maassen, a.a.O., S. 52. 18) Gemeindelexikon für Rheinland und Westfalen v. J. 1895. 55

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