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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 3

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 1
Article
Rabbi Joseph von Schlettstadt
Date
1937-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Heymann Chone. Rabbi Joseph von Sehlettstadt. Zur Geschichte der Familie Trcves An mehreren Stellen dort, zuletzt noch im Schuldenbuch (Stadtarchiv Konstanz), S. 47, wird Gabriel genannt: Gabriel mit dem Bart14). 1437 wurde er also Schaffner (Prokurist) bei der Bankfirma Salomon von Rheinfelden in Konstanz. Mit dem Chef dieser Firma und dessen Sohn Loew von Schaff hausen unterzeichnet er den Brief an Conrad von Weinsberg (1439), der von ihnen 200 Gulden Darlehen gefordert hatte, die er in Reichsgeschäften im Auftrage des Kaisers benötigte15). 1442 ist Salomon von Rheinfelden gestorben, da wurde Gabriel Vormund dessen Kinder. Unter dem 4. September 1442 liegt eine Urkunde des Stadtarchivs Konstanz vor, in der Ritter Rudolf Stuessi aus Zürich, der berühmte Bürgermeister in früheren Jahren, für Gabriel die Bürgschaft über 1000 Rheinische Gulden dem Rat von Konstanz gegenüber auf sich nimmt. Als Vormund der Kinder Salomons von Rheinfelden war Gabriel angeklagt worden, er habe das ihm anvertraute Vermögen den Kindern „entfremdet und in Verderben gebracht"16). Vielleicht hängt mit dieser Angelegenheit ein Prozeß zusammen, dessen Ende wir aus einem Urfehdebrief kennen. Mosse Switzer aus Wintertur, auch ein Steuerbote im Jahre 1418, war durch Gabriel, „Maister Josefs Juden sune", in das Gefängnis der Stadt Konstanz gekommen. Bei seiner Freilassung mußte er Urfehde schwören: „nit fuero gegen den obgenanten Gabriel Juden zu aefern"17). In einer Urkunde des Jahres 14431S) erscheint Gabriel Trieves allein als Vertreter der Konstanzer Judenschaft. Er bürgt dem König 14) Zu diesem auffallenden Ausdruck sei auf Folgendes hingewiesen: 1463 wird in den Ratsbüchern der Stadt Nürnberg gesagt: Jtem Joseph Juden mit dem part ist vergönnt bey einem Juden hie zu wonnen.. (Stern, Juden in Nürnberg, S. 298). — In einem Brief im Streit um die Schriften des Maimonides (1232) wird der berühmte David Kimchi „der Mann mit dem Bart" genannt. Kobak, Jeschurun, Bd. 8, S. 101; vgl. noch die Stelle im Talmud Babli Berachot, S. 12. 15) Fürstl. Hohenloh. Archiv Öhringen E 55. Papier-Urkunde vom 14. Januar 1439; grünes Wachssiegel abgebröckelt. Adresse auf der Rückseite: Dem wolgebornen Herren Cunraten zu Winsperg, dez heiligen Roemischen Richs Erbcamrern, Beschirmern des heiligen Concilys zu Basel und Statthalter. Wolgeborner gnedigster Herr unser undertenikait und waz wir eren und dinst vermugen. bevor und als uwer gnad uns aber yetzo von dez geltz wegen, so hinder Meister Jostlin zu Nuremberg Iit, geschriben und begert hand, unsre brieve von euer gnad wegen an Jostlin zu geben, so wollen Ir uns under uwern brieve und sigel versehen, als denn daz euer gnaden necnst gesanten zwen brieve Jnnhalten. Sol uwer gnad wissen, daz uns dryen an solichem gelt nit me denn zvvaihundert guldin zugeburen, die wollen wir uwer gnaden gern vollgen lassen, doch daz Jr uns ainen brieve under uwerm Jnsigel tuen machen, nach lut der abgeschrift, hierinne verschlossen, die wir nit anders noch wyter denn nach uwer gnaden brieve lut begriffen haben. Wer uns dann denselben brief von uwer gnaden wegen bringt, dem wollen wir unser brieve an Meister Jostlin gen Nuremberg geben, daz er die 200 guldin uwern gnaden von unsern wegen gebe und raiche. Und gnediger Herr wir bevelhen uns uwer knecht uwern gnaden, der wir uns och zu aller underdienstbarkait demuticlich alzit erbieten. Salmon von Rinvellden, Loew von Schafhusen und Gabriel Juden von Costentz. — Der Entwurf der erwähnten Quittung liegt in einem besonderen Blatt bei. 1G) Die Urkunde beginnt: Ich Gabriel Jud von Offen derzeit wonende zu Costentz und vogt wilant Salomons dez Juden von Rinfelden kinde... 17) Vom 19. Februar 1442 im General-Landesarchiv Karlsruhe, mit gut erhaltenem Siegel des Stadtammans in Konstanz. Die 5 geweren (Bürgen) sind: Maister Jacob Jud von Zuerich, Abraham von Kolmar, Jacob, Gabriel Levi und Joseph bürgere zu Costentz. 18) Original-Papier-Urkunde im Stadtarchiv Konstanz vom 13. April 1443. Vgl. Wiener, Regesten, S. 81. — ... darum er fuer sich und dynna Salmon, Joseph, Josman und Salmons von Rinvelden witib ueberain chomen ist, das er ouch onverzogenlich die egenant sum in solichcr vorgeschriben zyt von seim leib und gut bezal, hat er ainen hohen aid In Hannas (Chummasch) die i* 3

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