Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 4
- Article
- Antisemitismus im Mittelalter
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Heymann Chone. Zur Geschichte der Juden in Zürich im 15. Jahrhundert etwa die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen. "Die jüdische Geschichtswissenschaft hat sich mit der Tatsache abzufinden, daß in Zukunft auch deutsche Gelehrte das Judenproblem systematisch erforschen und darstellen, und zwar im Rahmen der deutschen Nationalgeschichte. In jüdischen Kreisen wird man sich vor allem klar machen müssen, daß wir Deutsche nicht die Geschichte der Juden oder des Judentums schreiben wollen, sondern die Geschichte der Judenfrage. Diese Aufgabe aber erfüllen wir mit deutscher Wissenschaftlichkeit und deutscher Gründlichkeit, aus eigenem Gewissen heraus. Dazu bedarf es nicht der Beschuldigungen des Herrn Raphael Straus, die über die Frage, wo ungründlich gearbeitet worden ist, allerdings genügend Aufschluß gegeben haben. Zur Geschichte der Juden in Zürich im 15. Jahrhundert Von Heymann Chone Die folgenden archivalischen Beiträge werden demjenigen, der die Geschichte der Juden in Zürich und der Schweiz schreiben wird, nützlich sein. Am 22. November 1417 bestätigt König Sigmund (Konstanz) die Maßnahmen des Bürgermeisters und Rates von Zürich hinsichtlich einer Vormunds- und Erbschaftsangelegenheit, die dieser zugunsten der minderjährigen Kinder Jehuda und Nassan des verstorbenen Bürgers Israel getroffen hat. Die Witwe hatte den Zürcher Bürger Jochanan geheiratet. Die Einsprache des ältesten Sohnes des Verstorbenen, Aron, wurde durch die königliche Entscheidung zurückgewiesen1). Wir Sigmund bekennen, als Aron Jude Israhels sun etwas Zuspruch gehebt hat zu Rachel Jüdinnen, Johennan iren elichen man von der vogtey wegen der zweyer kinde Johuda und Nassan, desselben Israhel kind und dorumb unser und des Richs lieben getruwen Burgermeister und Rate der stat Czurch usgesprochen und sie entscheiden hant, nach lute der uspruchsbriefe darumb gegeben. Also meinen und wollen wir von Romischer kuniglicher macht, das es by solcher der von Czurch usspruche bliben solle, und was sy also darin gesprochen haben oder fürbass sprechen werden, dieselbe vogty zu besetzen und zu entsetzen, das das kraft und macht haben solle von allermenglichen ungehindert; und wir gebieten auch dorumb von Romischer kuniglicher macht allermenglich ernstlich und vesticlich mit diesem Briefe, das niemand, es sin Cristen oder Juden wider solchen vorgenant usspruche tun solle noch schaffen getan haben, heimlich oder offenlich in keine wis. Wer auch das, das von ymand besehenen wer oder das1 der Jüdische Ban von dem wem das wer, darüber queme, das und der sollen weder kraft noch macht haben, und wer auch solchen Ban halten, der sol in unser kunglich Ungnade verfallen sin, und allermenglich sol und mag zu des lib und gut als zu eines, der in unser Kungliche Ungnade gefallen ist, grifen unverlustig aller Busse und pene. Mit Urkund: Geben zu Costentz des nechsten Montag nach sant Eisbeten tag. per dominum Fridrich marchionem Brandenburg. Johannes Kirchen. x) Reichsregistratur Wien F. 69. An der Seite steht: ussspruch Aron Jude. 198