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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 186

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 4
Article
Alfred Stern
Date
1936-01-01
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Wilhelm Grau. „Antisemitismus im Mittelalter" weite Strecken erstmals im gültigen Zusammenhang — zu beschreiben, und da es ihm beschieden war, mit unerschöpften Kräften alt zu werden, hat er sein zehnbändiges Hauptwerk nach mehr denn 30jähriger Arbeit vollenden können. Er hat sich hierbei einer stetig wachsenden Anerkennung der deutschen Wissenschaft und der freundschaftlichen Teilnahme führender ausländischer Gelehrten wie Monod und Gardiner erfreuen können. Daneben genügte Stern mit reichem Erfolg den Pflichten des Universitätslehrers, erst in Göttingen, dann in Bern und schließlich in Zürich, wo er nach einer Lehrtätigkeit von insgesamt 111 Semestern als 82jähriger emeritiert worden ist. Die deutsche Geschichtswissenschaft wird die Leistung dieses rastlos arbeitsamen Lebens auch in Zukunft nicht entbehren können. Nicht auf der originalen Kraft und Größe der historisch-politischen Gedanken, nicht auf der Schönheit und Eigenart der Geschichtsschreibung, wohl aber auf der lebendigen Vernunft und Scharfsicht, auf der Gediegenheit und Rechtschaffenheit international bedeutsamer forscherlicher Arbeitsergebnisse wird Sterns Andenken auch künftig beruhen. Alfred Stern hat sich immer als „Deutscher und Jude" gefühlt, und es ist kein Zufall, daß diese seine Haltung gelegentlich einer Gedenkrede, die er Gabriel Riesser, dem Freunde seines Vaters, widmete, mit besonderer Deutlichkeit und Wärme sichtbar geworden ist. Darüber hinaus sei an dieser Stelle der Arbeit gedacht, die die Lage der Juden während des Bauernkriegs behandelte; auch seien noch die Mendelssohn- und Börnestudien erwähnt, die der ungewöhnlich belesene und reichgebildete Gelehrte gelegentlich publizierte. Dieser Zeitschrift, die er als Fortsetzung der gleichnamigen seines Freundes Ludwig Geiger begrüßte, hat er gern seinen Namen und seine Mitarbeit zur Verfügung gestellt Sie wird seinen Namen in dankbarer Erinnerung halten. Arnold Berney. „Antisemitismus im Mittelalter" Ein Wort contra Raphael Straus Von Wilhelm Grau Dr. Wilhelm Grau fühlt sich durch den von Dr. Straus erhobenen Vorwurf ungründlicher Forschung in seiner wissenschaftlichen Ehre besonders verletzt. Wir bedauern diesen nach Dr. Graus Ausführungen unberechtigten Vorwurf und haben ihm zur Widerlegung desselben in unserer Zeitschrift vollen Raum gewährt. Im 1. Heft des 6. Jahrgangs dieser Zeitschrift hat Raphael Straus sich sehr eingehend (S. 17—24) zu meinem Buch „Antisemitismus im späten Mittelalter. Das Ende der Regensburger Judengemeinde 1450—1519" geäußert. Wie jeder wissenschaftliche Arbeiter bin auch ich sachlicher Kritik jederzeit dankverbunden zugänglich; ich verspreche mir von einer sachlich-kritischen Aussprache Förderung und Vertiefung. Raphael Straus aber, der als Bearbeiter des Urkundenmaterials zur Geschiente der End- 186

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