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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 173

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
Dankbrief Salomon Rothschilds an die Vertreter der Israeliten Wiens für den Glückwunsch zur Verleihung des Wiener Bürgerrechtes 1843
Date
1936-01-01
Page
Seite 173 (sequence 3)
Language
German
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Miszellen Sohnes, dem es so wie seiner sämtlichen Familie stets die heiligste Pflicht sein wird, die weisen und frommen Lehren unseres verehrten, unvergeßlichen, in Gott ruhenden Vaters dadurch zu erfüllen, daß, so viel in unseren Kräften steht, wir nie verabsäumen werden, der gesamten Leidenden Menschheit brüderlich, dem hilfesuchenden Glaubensgenossen väterlich, unter welcher Zone ihn auch die Geissei des Drangsais treffen mag, mit Rath und That beizustehen. Indessen bleiben die Spenden von dem Segen, den der Allmächtige mir und den Meinigen verliehen, doch immer nur Erdengüter. Sie aber, meine verehrten Herren Vertreter, haben ein höheres Verdienst sich erworben, Sie sind es, welche ein himmlisch Gut unseren Kindern hinterlassen; denn durch Ihr beharrlich frommes Streben haben Sie die Gottesverehrung zu einer heiligen Weihe erhoben, wodurch der religiöse Glaube in Israel zum Frommen des Vaterlandes und jedes Einzelnen neue Wurzel schlägt und in dem gläubigen Busen selbst fremder Religionsbekenner Erbauung und Ehrfurcht gegen unsern Glauben und Achtung gegen dessen Bekenner verbreitet. Ja, der heilige Glaube der Gotteslehre, den Sie in der zarten Brust unserer Jugend immer mehr anzufachen sich bemühen, wird zur sichern Feuersäule sich gestalten, die uns vorschreiten wird, das noch herrschende Dunkel der Vorurtheile zu bannen und uns bald als Morgenröthe jenes Tags zu leuchten, der Israels Söhne gleiches Recht mit andern Staatsbürgern bringen wird. Ja, meine Herren, kommen wird der Tag, an dem Ihre edlen Bestrebungen von dem ruhmvollsten Erfolge, dem einzigen, den Sie wünschen und begehren, gekrönt werden, dem Rechte für alle. Dieser Tage, an dem ich, wenn auch der Erste, doch nicht der Einzige jüdische Bürger Oesterreichs sein werde, wird für mich ein wahrhafter Freudentag sein. Möge Gott uns Allen das Glück schenken, diesen Tag mit unsern Augen noch zu sehn und freudig zu begrüßen. Nicht besser, meine Herren, weiß ich Ihnen meinen Dank für Ihre Theilnahme als durch diesen Wunsch auszudrücken. Genehmigen Sie, meine Herren, die Versicherung meiner wahren Hochachtung. S. Freyherr v. Rothschild." Anmerkung zu Jacob Mann, „Zwei Briefe des Rabbiners Pinchas Katzenellenbogen aus Öttingen 1798". (ZGJD, 6. Jahrgg., Heft 1, Seite 32 ff.) Von Michael Berolzheimer. Die Triestiner Familie Hierschel-Zinsheim stammt sowohl von dem zu Wien am 7. September 1710 verstorbenen Militärlieferanten Lazarus Hirschel1), als auch von dem zu Wien am 17. Februar 1754 verstorbenen Abraham ben Chajim Sinzheim2) ab. Der älteste Sohn des Lazarus Hirschel, der Münzlieferant und Kais. Hoffaktor Philipp Lazarus Hirschel3) in Breslau, kam dort am 21. Juni 1749 infolge der Explosion des Pulverturms ums Leben. Während Philipp Hirschel mit Rebekka Hendel, einer Tochter des Abraham Sinzheim, verheiratet war, war sein ältester Sohn Rüben Philipp Hirschel4), Stiefsohn der Rebekka Hendel, mit deren vollbürtigen Schwester Pessle Dina5) verheiratet. Der älteste Sohn aus der Ehe Rüben und Pessle Dina war der nach seinem Urgroßvater Chajim Sinzheim genannte Joachim Hirschel6), eben jener Joachim Hierschel in Triest. Dies geht schon daraus hervor, daß dieser sich auch Chajim Zinsheim7) nannte, nach dem Ahnherrn der Wiener Familie Sinzheim, welcher auch Pessle Dina entstammte; bei deren Verehelichung mit Rüben Hirschel hat Low Sinzheim8) mitgewirkt9), und Rüben war Kassier der Firma Sinzheim10). Auch hieß Philippo, Sohn des Joachim Hierschel in Triest, nach seinem Großvater Philipp Hirschel in Breslau.!) Wachstein, Wien, II, Nr. 711. — Grunwald, „S. Oppenheimer", S.266ff. — Tagücht, „Nachlässe",Nr.78 (S. 153). 2) Wachstein, Nr. 916. — Taglicht, Nr. 30 (S. 87—94). — Grunwald, S. 205 ff. 3) Freudenthal, „Gomperz", S. 216 ff. — Wachstein, Nr. 835, S. 242. 4) Gest. Stampfen 14. Januar 1768. — Wachstein, Nr. 835. 5) Seine erste Frau, gest. Wien 21. April 1739. — Wachstein, Nr. 835. — Taglicht, Nr. 33 (S. 97). *) Wachstein, S. 244, Anm. 1. — Taglicht, S. 88 u. Nr. 33 (S. 97), Anm. 2. 7) Wegen der Schreibweise Zinsheim (Zinzheimer) vgl. Wachstein, II, S.622. s) Wachstein, Nr. 860. 9) Wachstein, II, S. 243. — Taglicht, S. 19 u. 97. 10) Wachstein, S. 242. 173

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