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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 168

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
Ein Geschlecht von Erziehern
Date
1936-01-01
Page
Seite 168 (sequence 28)
Language
German
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Miszelkn Was hier dargestellt wurde, ist keine bloße Familiengeschichte, vielmehr ein bedeutsamer, wenn auch winziger Ausschnitt aus der Geschichte des jüdischen Erziehungswesens. Er erweist den weithin ausgreifenden Einfluß dieser Erziehung, zeigt aber auch die Kraftquellen auf, die still und ruhig in stürmischen Zeiten unter der bewegten Oberfläche weiterfließen können und tatsächlich weiterflossen, als nach langen Jahrhunderten des Verfalls äußere und innere Ursachen seit Mendelssohns und Friedländers Tagen eine völlige Umgestaltung der jüdischen Verhältnisse in der Kulturwelt, besonders in Deutschland herbeiführten. Anstatt den Irrweg völliger Assimilierung zu beschreiten, auf den der sonst so einsichtsvolle David Friedländer in seinem Schreiben an Propst Teller geraten war, hielten sich die hier geschilderten Männer an einen anderen „Wurzelzeiger", indem sie diese neue Kultur auf dem gesicherten Fundament der Treue zu ihrer Abstammung und einer Vernunft und Sittlichkeit gemäßen religiösen Überlieferung aufzubauen suchten. Die Geschichte verliert, wenn man sie nur beachtet, nie ihre Eignung als Lehrmeisterin. Daß hier ein ganzer Familienstamm innerhalb und außerhalb Deutschlands zu geschichtlichen Lehrmeistern, d.h. zti Lehrmeistern für seine und spätere Zeit geworden ist, mag es rechtfertigen, wenn der Darstellung so viele rein familiengeschichtliche Einzelheiten unterlegt sind. Der große Zug der geschichtlichen Bewertung, auf den es in erster Reihe ankam, wird dennoch nicht zu verkennen sein. Antiquariats zu Berlin. Ein Sohn von Gustav, Julius, in Karlsruhe, von Beruf Buchdrucker, war Mitbegründer und hervorragendes Vorstandsmitglied des Deutschen Vortragsverbandes. Miszellen Die Konzession zur Errichtung der orientalischen Buchdruckerei und Buchhandlung in Berlin 1784. Von Moritz Stern. Vor rund 150 Jahren richtete die Jüdische Freischule, die Vorgängerin der Knabenschule der Berliner Jüdischen Gemeinde, da die Mittel zur Erhaltung der Anstalt nicht ausreichten, eine Buchdruckerei und Buchhandlung ein, um deren Gewinn für die Schule zu verwenden. Vorbild war unfraglich die Buchhandlung und Buchdruckerei des Waisenhauses in Halle, wo die Franckeschen Stiftungen aus den Erträgnissen der beiden Betriebe miterhalten wurden. Auch in Berlin war mit der öffentlichen Realschule eine Buchhandlung verbunden. Die Buchdruckerei und Buchhandlung der Jüdischen Freischule wurden 1784 ins Leben gerufen und bestanden als Eigentum der Freischule bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Angabe des Jahres 1783 für den Beginn, die in- 168 folge Druckfehlers in Nicolais Beschreibung der Kgl. Residenzstädte Berlin und Potsdam 3. Aufl. (Berlin 1786) II, S. 700, steht und von den Späteren nachgeschrieben wurde, bedarf der Berichtigung. Erst recht das Jahr 1780, das David Friedländer aus falscher Erinnerung angab (ZGJD 1892, S. 263). Ihren Bibliographen hat die Buchdruckerei in Moritz Steinschneider (ebenda S.168ff.) gefunden. Ich teile hier nach den Akten des Geheimen Staatsarchivs in Berlin- Dahlem (Kurmark Tit. CXV Stadt Berlin, Sect. 8) und des Archivs der Berliner Jüdischen Gemeinde mit, was wir über die damals notwendige Konzessionserteilungwissen. (Literatur: Berlinische Monatsschrift VII [Juni 1786], S. 503—509; benutzt von Nicolai a.a.O. und von Ritter, David Friedländer [Berlin 1861], S. 39—40.) Am 8. Januar 1784 reichten die Direktoren der Jüdischen Freischule die folgende Eingabe direkt an den König ein:

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