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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 113

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
Gutachten und Briefe David Friedländers
Date
1936-01-01
Page
Seite 113 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Gutachten und Briefe David Friedländers Von Moritz Stern 1. Die kirchlichen Verhältnisse und der Unterricht der Juden waren durch das Edikt von 1812 noch nicht gesetzlich geregelt worden. Nach § 39 sollten die nötigen Bestimmungen später erfolgen und „zur Erwägung derselben Männer des jüdischen Glaubensbekenntnisses, die wegen ihrer Kenntnisse und Rechtschaffenheit das öffentliche Vertrauen genießen, zugezogen und mit ihrem Gutachten vernommen werden". Minister v. Schuekmann, der damalige Leiter des Departements für den Kultus und öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern; machte sich bald an die Ausführung. Die Vorarbeiten nahmen am 9. Mai 1812 mit einem Ministerialreskript1) an die Schuldeputationen der Regierungen zu Königsberg (Preußen), Marienwerder, Gumbinnen, Potsdam, Breslau, Liegnitz, Stargardt (Pommern) und Königsberg (Neumark) ihren Anfang: Zur Ausführung der in dem §39 des Edicts vom 11. März d. J-, die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in den Preußischen Staaten betreffend, vorbehaltenen Be-- stimmungen ist es erforderlich, den Zustand der jüdischen Schulen in den Provinzen, die Anzahl der schulfähigen jüdischen Kinder in einer jeden Stadt, die Fonds der Schulen, die Gegenstände und die Methode des Unterrichts und die Persönlichkeit der Lehrer kennen zu lernen. Der Geistl. und Schuldeputation einer. Königl. ... Regierung wird demnach aufgetragen, hierüber, soweit ihr Departement reicht, zu berichten und zugleich über die zweckmäßigste Einrichtung der Juden-» schulen, hauptsächlich aber über die beste Art, den Religions-Unterricht von dem Schulunterricht abzusondern und dem erstem mehr Allgemeinheit, Gründlichkeit und eine nähere Beziehung auf das Alte Testament zu geben als bisher; geschehen ist, nachdem über diesen Punct die Bessern unter den Schriftgelehrteu der Juden gehört worden, Vorschläge zu thun. Berlin den 9. May 1812. Departement etc. [Unterschriften] Für die Provinz Brandenburg beauftragte die Schuldeputation der Kurmärkisehen Regierung in Potsdam ihr Mitglied Oberkonsistorialrat Nolte mit der Berichterstattung. Was Berlin betraf, verfügte Nolte durch seine Inspektion der jüdischen Schulen über eigene Kenntnisse. Außerdem wandte er sich zunächst an den Berliner Magistrat, damit dieser sein Mitglied Stadtrat David Friedländer zur Sammlung des Materials über den Zustand des Berliner jüdischen Schulwesens und zur Rücksprache mit Nolte auffordere. In seiner Antwort2) vom 13. August 1812 an den Magistrat hat Friedländer die von ihm gewünschten Auskünfte nicht geliefert. Auf die jüdische Freischule und die Talmud Toraschule wegen ihrer Fonds kurz ein- *) Konzept (mundiert 17. Mai, zur Post IQ. Mai) in der Geh. Registratur des Preuß. Kultusministeriums, Generalia Sekten- und Judensachen Nr. 1 vol.l. 2) Abschrift a.a.O. 4 113

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