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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 88

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
David Friedländer und die politische Emanzipation der Juden in Preußen
Date
1936-01-01
Page
Seite 88 (sequence 12)
Language
German
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Ismar Freund. David Friedländer und die politische Emanzipation der Juden in Preußen Nr. 3 Eingabe des Wulff Friedländer zu Königsberg an den Konig vom 14. Dezember 1792. Gen. Depart. Nr. 13 Vol. 3 Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König! Allergnädigster König und Herr! Ew. Königl. Majestät haben allergnädigst geruht, auf die im Jahre 1787 von den sämtlichen Juden-Gemeinden allerhöchst Dero Staaten, gemachten dringenden Vorstellungen, in allerhöchster Person, die von einem Königl. General-Directorio vorgeschlagene Aufhebung der solidarischen Verbindung und Abhängigkeit derselben unter sich, allergnädigst zu genehmigen, und Ein Königl. General-Directorium hat diesem zu Folge auf den 3. September einen Termin anberaumt, wo die Deputirten der sämtlichen Judenschaften sich versammeln, und die Repartition der Abgaben zwischen den respectiven Provinzen ein für allemal bewerkstelligen sollten. Am vorbenannten Termin erschienen zwar sämtüche Deputirten, aber mehrere derselben, mit Ausschluß der Bevollmächtigten aus Ostpreußen, als welche die Repartition auf der Stelle vornehmen wollten, erbathen sich eine drei monathliche Frist, und zu gleicher Zeit Abschrift des Entwurfs das Juden Reglement betreffend. Es wurde ihnen gewährt, und zu gleicher Zeit anbefohlen: den 3. Dezember sich wieder einzufinden, wo die vorbenannte Repartition unabänderlich ihren Fortgang haben müßte. Die Ostpreußischen Deputirten, welche die weiteste Reise und also die größesten Unkosten gemacht hatten, kehrten unverrichteter Sache und blos mit vorgenannter Abschrift versehen, in ihre Heimath zurück. Die Ostpreußische Judenschaft erwählte nunmehro 2 Deputirten, wovon Endes-Unterschriebener einer ist,, der von 36 Hausväter, die aber zu den allgemeinen Abgaben 56 pro Cent beitragen}, bevollmächtiget worden, um der Repartition beizuwohnen. Die Königl. zu diesem Geschäfte angeordnete Commission hat mich aber vor der Hand, bis zum richterlichen Ausspruch, nicht admittiren wollen, weil mein Mit- Deputirter, dessen Mandanten zwar nur 44 p. Cent beitragen, aber der Zahl nach aus 64 bestehen, die Stimmen Mehrheit für sich hat. Ich würde den richterlichen Ausspruch in Ruhe erwarten, aber es will verlauten, daß der größte Theil der andern Deputirten, das eigentliche Geschäft der Repartition bei Seite setzen, und sich blos mit Erinnerungen gegen den Entwurf des Reforme-Plans befassen will. Dieses setzt mich in eine um so viel größere Unruhe, da nicht allein dadurch eine kostspielige und zwecklose Reise gemacht, sondern auch der Haupt Endzweck, nemlich die Repartition ein für allemal als die nothwendigste Bedingung zu einer Reforme verfehlt seyn dürfte. Da nun meines Erachtens diese Repartition von der allerhöchsten Person Ew. Königl. Majestät befohlen, und unabänderlich festgesetzt ist, auch mit dem Entwurf des Reforme-Planes, nach den klaren Worten des Directorial Rescripts vom 18. Septbr. nicht in dem mindesten Zusammenhang steht, und überdem die Anträge, Erinnerungen und Vorstellungen gegen den letztern, nicht zur Behörde der Königl. Commission zu gehören scheint, so bitte ich Ew. Majestät allerunterthänigst der Königl. allerhöchst verordneten Commission aufzugeben, daß sämtliche Deputirten sofort und ohne weitern Zeitverlust zur Repartition der Königl. Abgaben ein für allemal, sobald meine Admission zu diesem Geschäfte ausgemittelt ist, schreiten mögen, und mir allergnädigst aufzugeben, meine alierdevoteste Anträge gegen oben erwähnten Entwurf, einem Königl. General-Directorio zu seiner Zeit, allerunterthänigst überreichen zu dürfen. Ich ersterbe in tiefster Devotion Ew. Königl. Majestät allerunterthänigster Wolff Friedländer, Deputirter aus Königsberg in Ostpreußen Berlin, den 14. Decbr. 1792. 88

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