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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 242

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 4
Article
Die Zulassung des ersten jüdischen Gemeindearztes in Breslau
Date
1935-01-01
Page
Seite 242 (sequence 1)
Language
German
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Die Zulassung des ersten jüdischen Gemeindearztes in Breslau Von Guido Kisch Unbekanntes vom Wirken Dr. Abraham Kischs. Die Gestalt des Dr. med. Abraham Kisch (1725—1803) hat oft schon die Aufmerksamkeit der jüdischen Historiker auf sich gelenkt. Vor allem haben seine Beziehungen zum jungen Moses Mendelssohn, dem er unentgeltlich Lateinunterricht erteilte, allgemein Beachtung gefunden. In der Geschichte der geistigen Emanzipation der Prager Juden ist er als der erste gebürtige Prager zu nennen, welcher die Doktorwürde der Heilkunde an einer deutschen Universität in der Zeit erlangt hat, da die Tore der Prager Hochschule den Juden noch verschlossen waren. Schließlich lebt sein Andenken in Breslau fort, wo er als der erste akademisch gebildete Arzt der Chewra Kadischa gewirkt hat. Sein Studiengang und Lebensweg sind daher wiederholt geschildert worden1). Eines aber ist bisher unbekannt geblieben: Abraham Kisch hat nicht nur als Fackelträger der allgemeinen Bildung und als Vorkämpfer der wissenschaftlich-medizinischen Berufsausbildung unter seinen Breslauer und Prager Glaubensgenossen vorbildlich gewirkt, sondern bereits als Anwärter der Doktorwürde für die Gleichstellung der jüdischen Studenten und Doktoranden an den deutschen Universitäten mit den nicht jüdis ch en akademischen Bürgern Pionierarbeit geleistet. Wie früher schon in Italien und Holland, so wurden seit dem Ende des 17. Jahrhunderts auch in Deutschland Juden an einzelnen Universitäten zum Studium und seit dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts zu den Prüfungen und zur Doktorpromotion zugelassen. Dabei fand indes eine ungleiche Behandlung der nichtjüdischen und der jüdischen Doktoranden statt, indem den Juden nicht erlaubt wurde, ihre gedruckten!) Ausführlicher als bisher und unter Heranziehung noch imbekannten Aktenmaterials wird über ihn meine Abhandlung „Die Prager Universität und die Juden“ (1348—1848) handeln, die im Herbst d. J. erscheinen wird. Dort wird man auch das gesamte Schrifttum und die urkundlichen Quellen verzeichnet finden. 242

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