Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 4
- Article
- Juden auf Marstrand
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 8)
- Language
- German
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Max Freudenthal. Juden auf Marstrand 1784. M. S. — N. J. F. — E. M. — M. M. — M. W. — G. S. — H. N. — Josef Salomon13). Salomon Meyer14). Samuel Clemenssohn15), Meyer Cohen14). N. Josephssohn. 32 Personen. 1785. M. S. — N. J. F. — M. W. — G. S. — J. S. — S. M. — S. C.-M. C. — Marcus Friedburg. 29 Personen. 1786. M. S. — N. J. F. — M. W. — G. S. — J. S. — S. M. — S. C. — Hey man Elias Salomon17). Benedix Hindriques18). Ellas del Banco19). Baruch. 36 Personen. 1787. M. S. — N. J. F. — M.W. — G. S. — J. S. — S. M. — S.C. Witwe. — H. E. S. — B. H. — E. B. — Andreas van Reis20). Moses Rüben 13) Sohn des Moses Salomon, nunmehr selbständig, bis 1789. 1785—86 ist Jacob Hertz, nach der Spekulantenliste aus Hofgeismar, in seinem Hause als Handelsbedienter und als Schächter tätig. 14) Aus Berlin, Schwiegersohn des Elias Magnus, Cohen, nach OIän von Rotterdam kommend, bis 1794 in Marstrand, seit 1791 mit eigenem Haus. 1785—94 ist sein Schwager Lazarus Elias, seit 1790 Joseph Lipschütz (bis 1794) und Wulf Salomon (bis 1793) als Handelsbediente bei ihm. 2 Söhne und 1 Tochter sind 1794 noch unter 15 Jahren alt. 15) Seit 1785 verh. mit Fredel (Friederike), Tochter von Joseph (Juspa). Er stirbt 1787 in Marstrand. Seine Witwe heiratet (Magistrats Protokolle 1794, § 336) 1789 Isak Dawidssohn. Der Nachlaß ihres Mannes ist genau aufgenommen und wird von ihr am 31.1.1788 in Gegenwart der ehemaligen Vorsteher der Gemeinde, Elias del Banco und Joseph Salomon, anstelle seines behinderten Vaters Moses Salomon, dem Magistrat übergeben. Die Schulden übersteigen um ein Geringes den Schätzungswert des Nachlasses. Sie unterschreibt hebräisch Freidche bat Juspa und mit Umschrift Fradcha bat Joseph. Für den Bildungsstand ist das Bücherverzeichnis interessant. Es umfaßt: eine hebräische Bibel (24), ein Machsor (32), ein Tikkun schel Schebuoth (4), eine Selichah (8), eine Megillah auf Pergament (32), eine schwedische Geschichte (2), eine Historia (3), desgleichen (2), eine Probe von Alten (0), Nicolaus Kiim (8), Distiller Künste (3), Land Bibliothek (4), Alchimi (3), eine Ostindische Vasa (3), Gustav Adolph (8), 1000 und 1 Nacht (18), Carl XII. (16), Geographie für Kinder (16). Die beigefügten Ziffern geben den Schätzungswert nach Groschen an. lfi) Bis 1786. Am 26.6.1786 erscheint seine Frau beim Magistrat (Protokoll § 112) und erklärt, daß sie dem Antrag ihres Mannes, zur Kirche überzutreten, nicht beistimme, sondern Jüdin bleiben wolle. 17) Aus Mecklenburg, bis 1794. 1789 mit Schwägerin Täubchen, 1791—94 mit Magd Schönchen, 1794 mit einem Handelsbedienten; er gehört zur 2. Steuerklasse. 22. Juni 1801 Bürger von Göteborg. Nach Grafskrifter starb er 1819. 18) Benedix, hebr. Abraham Pinchas, Sohn des Moses Nasche, von Kopenhagen kommend, bis 1789. Gehört zur 1. Steuerklasse. Ueber die bekannte Familie Henriquez und ihre deutschen Niederlassungen s. M. Grunwald, Portugiesengräber auf deutscher Erde, Hamburg 1902, SS. 88, 111, 136, 139; Donath a. a. O., S. 88ff.; Jüdisches Lexikon s. v. Benedix stirbt in Göteborg am 20.1.1807, seine Frau Elischeba Chawa am 7.8.1796. Ihr Sohn Samuel wird 20. Juli 1792 Bürger in Göteborg. 19) Die Familie gehört zu den hochdeutschen Juden; s. Grunwald a. a.O., S.8 und ders., Hamburgs deutsche Juden usw. (Hamburg 1904), S. 240. Elias ist wohl identisch mit dem von Grunwald a.a.O., S. 8 erwähnten Kopenhagener, der aus der Hamburger Familie Warburg stammt. Laut Spekulanten liste kommt er aus Kopenhagen. Sein Sohn Martin ist 8.10.1780 in Hamburg geb., wird 22.8.1810 Bürger von Göteborg und stirbt nach Grabskrifter daselbst am 4.7.1862. 20) Hebr. Name Anschel ben Uri, van Reis, eigentlich van Rees (am Rhein). Er ist, ehe er nach Marstrand kommt, bereits in Schweden, und zwar in Boräs als Stempelmeister tätig (die aus dem Ausland einlaufenden Waren werden auf ihre Brauchbarkeit untersucht und erhalten dementsprechende Stempel). Aus einer Stadt mit Tabakfabrikation stammend, ist er selber zuerst Tabak- und Schnupftabakfabrikant und erhält die besondere Königliche Erlaubnis, sich in gleicher Weise in Marstrand niederlassen und auch über die Freihafenzeit dort bleiben zu dürfen. Er verläßt erst 1807 Marstrand. 1741 geb., stirbt er am 15.3.1809 zu Göte- 2* 223