Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 4
- Article
- Dem 60jährigen Ismar Elbogen
- Date
- 1935-01-01
- Page
- 205 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dem 60jährigen Ismar Elbogen Ismar Elbogen vollendet am 1. September 1934 sein 60. Lebensjahr. Wir freuen uns, anläßlich dieses Tages ihm mit unseren herzlichen Glückwünschen diese Nummer der von uns gemeinsam mit ihm herausgegebenen Zeitschrift zueignen zu können. Ismar Elbogen ist in Schildberg in Schlesien geboren und widmete sich nach beendeter Gymnasialzeit dem rabbinischen Studium am Jüdisch-Theologischen Seminar zu Breslau. Eine Wirksamkeit als praktischer Theologe lag ihm fern. Seine Interessen galten von Anfang an stärker der rein wissenschaftlichen Arbeit und führten ihn alsbald zur akademischen Laufbahn als Dozent für jüdische Geschichte und biblische Fächer zuerst am Rabbinerseminar in Florenz, alsdann an der Hochschule, jetzigen Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, an der er noch tätig ist. Das Breslauer Rabbinerseminar hatte seinen Ruhm als Pflanz- und Pflegestätte jüdisch-historischer Wissenschaft durch Heinrich Grätz erlangt, der mit meisterhaftem Wurf zum erstenmal die Gesamtgeschichte der Juden in seinem elfbändigen Werk umfaßte und tiefschürfend aus den Quellen darstellte. Seinen Schülern fiel die Aufgabe zu, das große Werk durch eingehende Kleinarbeit in seinen Mängeln zu verbessern, in seinen Lücken zu ergänzen und über den Schluß hinaus fortzuführen. Einer von ihnen, Markus Brann, wurde der Nachfolger Heinrich Grätz’ als Dozent am Breslauer Seminar und widmete seine ganze Lebensarbeit solch speziellen Aufgaben. Ismar Elbogen wurde wiederum der Schüler von Markus Brann und darf ihm nicht nur an die Seite gestellt werden; er hat vielmehr noch weitere Gebiete als jener in den Kreis seiner wissenschaftlichen Forschungen einbezogen. Besonders war es die Geschichte des jüdischen Kultus, die sein Interesse weckte und die er nach einer Reihe von Einzelstudien in seinem Gesamtwerk über den jüdischen Gottesdienst darstellte, das für dieses Gebiet grundlegend ist und bleiben wird. Von den zahlreichen Arbeiten Eibogens, die bereits die stattliche Ziffer 300 überschritten haben und