Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Beziehungen zwischen der Wormser und der Mannheimer Judenschaft
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 8)
- Language
- German
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B. Rosenthal. Beziehungen zwischen der Wormser und der Mannheimer Judenschaft genössischen Berichte28). Löw Sinzheim und seine Gemahlin Miriam, denen der Kindersegen versagt blieb, haben durch gute Taten ihr Andenken dauernd gesichert. Es ist keine Uebertreibung, wenn die Memorbücher rühmend erwähnen, Löws Hand sei allen, die bei ihm einkehrten, geöffnet gewesen. Sein Haus war eine Zufluchtsstätte der Gelehrten und Bedrängten. Manchen in Kriegsgefangenschaft geratenen Glaubensbruder befreite er aus Feindesgewalt, und durch seine Fürsprache wurde er zur Stütze der Gemeinden Jakobs. In Worms verewigten sich Löw und seine Frau29) dadurch, daß sie die Raschikapeile wieder aufbauen ließen und für den Unterhalt der Gelehrten und Studierenden sowie für den Unterricht armer Kinder eine reiche Stiftung errichteten. Auch Löws Bruder Abraham, der viele Jahre Judenschaftsvorsteher in Mannheim war, später aber nach Wien übersiedelte, förderte den Bau der Raschikapelle30). So flutete der Segen, der von Worms ausgeströmt war, wieder dahin zurück und ist bis heute wahrnehmbar. Vom Brennpunkte jüdischen Lebens in Worms, vom alten Gotteshause, dessen 900jähriges Bestehen die Gesamtjudenschaft mitfeiert, war dieser Segen ausgegangen und hat es bis zum heutigen Tage bestehen lassen als Wahrzeichen jüdischen Schicksals und als Sinnbild jüdischer Dauer. 28) Wachstein a. a. O., II, 280ff.; Wormser Memorbuch 40; das. 40. 225. 29) Das. 42; das. 55, 314. 3°) Das. 44; das. 36 b, 211. 199