Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Die deutschen Kaiser und die Wormser Juden
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 17)
- Language
- German
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Adolf Kober. Die deutschen Kaiser und die Wormser Juden 1239 mit dem erblichen bischöflichen Kammeramte belehnt wurde, waren ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Geschichte der Wormser Juden. Schließlich erhob auch der Pfalzgraf bei Rhein, dem 1346 die Nutzung von den Juden in Worms auf sechs Jahre verpfändet worden war, Ansprüche auf sie. Wir besitzen z. B. aus den Jahren 1683 und 1686 zwei Geleitbriefe für die Wormser Judenschaft von Karl und Philipp Wilhelm, Pfalzgrafen bei Rhein, und ersehen daraus, wie groß die Ansprüche waren, die nicht nur von Stadt, Bischof, sondern auch von Kurpfalz an die Wormser Juden erhoben wurden. Wir verstehen dadurch manches, wenn wir auch nicht immer begreifen, wie die verhältnismäßig kleine Gemeinde derartige Lasten auf die Dauer tragen konnte. Eines ist aber sicher: Aus den Beziehungen der Kaiser zu den Wormser Juden ergab sich auch die privilegierte Stellung der Wormser Gemeinde und ihrer Rabbiner im Heiligen Reich deutscher Nation. Trotzdem die Macht der deutschen Kaiser im Laufe der Jahrhunderte immer mehr abnahm, sie hat doch immer ausgereicht, um, wenn es notwendig war, die Wormser Juden gegen die anderen Gewalten, die sie bedrohten, zu schützen und ihnen die wenigen Rechte, die sie besaßen, bis zum Untergang des alten Reiches zu erhalten. Quellen. Für vorliegende Arbeit sind benutzt Urkunden, Privilegien und Akten des Gern ein dearcluvs Worms und des Stadtarchivs Worms. (Zur Benutzung der Wiener Archive war die Zeit zu kurz.) Das Gemeindearchiv Worms besitzt kaiserliche Originalprivilegien 1. des Kaisers Karl V. Augsburg, 11. März 1551, mit goldener Siegelschnur und beschädigtem Siegel; 2. des Kaisers Ferdinand I. Prag, 19. Januar 1562. Siegel nicht mehr vorhanden; 3. des Kaisers Maximilian I. Augsburg, 8. März 1566, schwarzgoldene Siegelschnur mit beschädigtem Siegel; 4. des Kaisers Mathias. Prag, 22. Februar 1617, schwarzgoldene Siegelschnur mit Siegel ohne Kapsel; 5. des Kaisers Leopold I. Wien, 20. Januar 1701, gelbschwarze Siegelschnur, nur zum Teil erhaltenes Siegel; 6. des Kaisers Josef I. Wien, 19. April 1707, gelbschwarze Schnur ohne Siegel (Bestätigung des Vergleiches von 1699); 7. des Kaisers Josef I. Wien, 19. April 1707 (Bestätigung der Judenordnung Ferdinands III. von 1641), gut erhaltenes anhängendes Siegel an gelbschwarzer Schnur; 8. des Kaisers Karl VI. Wien, 26. Oktober 1714 (Bestätigung der Judenord - nung Ferdinand III. von 1641), mit Schnur und ein Stück Siegel; 9. des Kaisers Karl VI. Wien, 26. Oktober 1714 (Bestätigung des Vergleichs von 1699), ohne Siegel; 10. des Kaisers Karl VII. Frankfurt a. M., 5. Juni 1742 (Bestätigung der Judenordnung Ferdinand III. von 1641), sehr gut erhaltenes Siegel an schwarzgelber Schnur; 11. des Kaisers Karl VII. Frankfurt a. M., 5. Juni 1742 (Bestätigung der Privilegien Kaiser Karls V. Speyer, 3. April 1544, des Kaisers Mathias. Prag, 13. November 1612, Kaiser Karls V. Augsburg, 11. März 1551), gut erhaltenes Siegel an schwarzgelber Schnur; 150