Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Die Synagoge zu Worms
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2259275-2259298-2259301-2261871--138-2261909- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Richard Krautheimez. Die Synagoge zu Worms Gewölbekonsolen an den Wänden. An Stelle der spitzbogigen Fenster mit den darübersitzenden Okulis wird man rundbogige Fenster ergänzen müssen. Die Fenster im Norden sind nach außen halbkreisförmig geschlossen, nach innen stichbogig — sie dürften gleichzeitig mit der Erneuerung der Gewölbe verändert worden sein. Im Osten befindet sich eine segmentbogenförmige, sehr niedrige Apsis — von innen ursprünglich auch nicht sichtbar —, eine bloße Nische zur Aufbewahrung der Thorarollen. Auf beiden Seiten wird sie von zwei niedrigen breiten Kapitell der Männersynagoge wBBKBBKm/ r"'; •. Nischen — im stumpfen, oben gerundeten Dreieck auf Hohlkehlkämpfern — geschlossen — flankiert. Das Mauerwerk besteht aus roh behauenen Quadern. Die Einzelformen des Baues schließen sich zu einer einheitlichen Gruppe zusammen. Die Basen der Rundpfeiler mit leicht gedrücktem unteren Wulst, sehr hoher und steiler Kehle und niedrigem Oberwulst mit starken, klauenartig ausgreifenden Ecksporen, die den unteren Wulst einfangen; die Gewölbekonsolen aus Platte, Wulst, Plättchen und steiler Kehle, das Profil des Portals mit eingestellter Dreiviertelsäule zwischen zwei Pfosten und durchlaufendem Sockel, der sich von der Basis der Rundpfeiler nur durch die stärkere Quetschung des unteren Wulstes unterscheidet; die halbkreisförmige Archivolte darüber, die aus Rücksprung, Wulst, Rücksprung, Karnies und Rücksprung sich zusammensetzt — von einem rechteckigen Rahmen aus Plättchen, Karnies und Platte gefaßt; das Profil des Dachgesimses, wie das Abschlußgesims der Apsis, die mit dem des Portalrahmens völlig übereingehen: all dies hat den gleichen Charakter. Die Dinge setzen sich aus einzelnen Teilen zusammen, die Neigung zum Verschleifen, zum Uebergehen, ist nur gelegentlich — bei dem Karniesprofil — angedeutet. In der Quetschung der Wulste aber setzt sich der Wunsch durch, den (eigentlich) halbkreisförmigen Wulst der unterlegten Platte anzunähern, den Gegensatz zwischen beiden weniger stark in Erscheinung treten zu lassen. Alles zeigt die Momente, die den Uebergang von der hohen zur späten Romanik charakterisieren. 89