Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 1
Article
Die deutsche Judenfrage vor 100 Jahren
Date
1935-01-01
Page
Seite 42 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2259275-2259298-2259300-2261731--056-2261817
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Raphael Straus. Ein Landshuter Judeneid aus dem 14. Jahrhundert nicht völlig beruhigen und den Eifer der Uebelwollenden zurückhalten. können. Zu der heute erschienenen Nr. 62 der Frankfurter Oberpostamtszeitung hat man sogar, was selten geschieht, eine außerordentliche Beilage gefügt, um in einem ausführlichen Artikel: ,Ueber das in diesen Blättern enthaltene Projekt einer preußischen Judenordnung* alle Gründe beizubringen, welche sich von irgendeiner Seite her gegen das betreffende Gesetz anführen ließen ... In der Hanauer Zeitung vom 3. d. M. findet sich gleichfalls ein Artikel über die projektierte Judenordnung, der namentlich die früheren Bemühungen Preußens um die Verbesserung des bürgerlichen Zustandes der Juden hervorhebt, und selbst Bruchstücke aus einem Briefe mitteilt, welchen der verstorbene Staatskanzler von Hardenberg in dieser Beziehung im Jahre 1815 an den Grafen de Grote geschrieben haben soll.“ Aber schon am gleichen Tage meldete die Frankfurter Oberpostamtszeitung: „Die Berliner Korrespondenten von beinahe sämtlichen deutschen Blättern haben die projektierte preußische Judenordnung als beseitigt geschildert.“ Und unter dem 9. März 1833 weiß auch der Bundesgesandte aus Frankfurt zu berichten, daß die Erklärung in der Staatszeitung „hier und in der Umgebung im Ganzen sehr beruhigend auf die Gemüter gewirkt“ habe. Wenn es an Uebelwollenden. freilich auch jetzt noch nicht fehle, welche jene Erklärung verdächtigen möchten, und die aufs Neue die Verhältnisse der Juden zum Thema von Diskussionen machen, die den Schein der Liberalität und Humanität verbreiten sollen. War durch die Regierungserklärung auch die unmittelbare Gefahr gebannt, so blieb das Projekt doch nicht ohne Folgen. Für das Großherzogtum Posen, in dem über ein Drittel sämtlicher preußischen Juden ihren Wohnsitz hatte, glaubte man eine Neuordnung nicht länger hinausschieben zu dürfen, die bereits unmittelbar nach dem Wiener Frieden in Angriff genommen, trotz mehrfacher Versuche und eingehender Beratungen aber nicht zustande gekommen war. Unter dem 1. Juni 1833 erging nun die vorläufige Verordnung wegen des Judenwesens im Großherzogtum Posen, die im wesentlichen sich auf den Plan aufbaute, den man für den Gesamtstaat hatte fallen lassen. Ein Landshuter Judeneid aus dem 14. Jahrhundert Von Raphael Straus Herr Oberarchivrat Dr. F. J. Knoepfler, Landshut, dem auch an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen sei, teilt mit: „Der auch für die Geschichte Landshuts wertvolle Aufsatz von Dr. Raphael Straus, „Die Judenpolitik Herzog Heinrichs des Reichen von Landshut** im Jahrgang 1929 dieser Zeitschrift (S. 96—118), hat mich veranlaßt, in dem von mir verwalteten Stadtarchive Landshut weitere Nachrichten zur Geschichte der Landshuter Juden zu sammeln. Ueber die Geschichte der Juden Landshuts im 14. Jahrhundert war bisher so gut wie nichts bekannt. Daher wird der mir im Stadtarchiv geglückte Fund eines wertvollen, nachstehend veröffentlichten Bildes und Textes aus der Mitte des 14. Jahrhunderts Interesse finden. Stadtarchiv Landshut, Lit. Abt. AIII, Nr. 58: „Der stat Landshut ain alt buech mit freyheiten, Statrechten, satze und andern eingeschriben gescheften.“ Pergamentband mit 93 beschriebenen Folien 42

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.