Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aus Markus Josts Briefwechsel
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2259275-2259293-2259297-2261583--3944-2261662- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
setzen. Was Sie ferner an mich zu schreiben haben, wollen Sie gütigst an Herrn J. Rosenhaim & Co für Dr. Jost adressieren, und im Falle Sie Mischnajoth bestellen, wird dieses Haus dieselben sogleich nach Empfang der Zahlung absenden. Ich bitte Sie recht sehr, sich diese Adresse zu merken und an-keine andere weder in Betreff der Mischnajoth noch sonst zur Verbindung mit mir zu adressieren. Bei nächster Sendung der Mischnajoth wird dies Haus auch mein Geschichtswerk beigeben, was diesmal nicht möglich war. Es hat mir Mühe gekostet, den Preis von 7 r. zu erlangen; die Buchhändler müssen überall 8 r. zahlen. Ich bringe dabei ein kleines Opfer, aber gern. Mit vielem Vergnügen habe ich die schöne Darstellung des Kopfes des berühmten Herrn Stern in dem Werke „Die berühmten Israeliten" gesehen. Ein schöner Kopf. Herr Stern muß einmal, wenn er kein B?i~>S ist, bei der Damenwelt großes Glück gemacht haben. Leben Sie wohl und gedencken Sie oft Ihres warmen Freundes J. M. Jost Berlin, 15. Mai 1835. * Ff a.M. 18. Okt. 1S36 Mein sehr theuerer Freund! Die Verzögerung Ihrer Angelegenheiten wollen Sie gütigst entschuldigen, es lag daran, daß ich Ihren, von keiner hier bekannten Unterschrift indossirten Wechsel erst nach Berlin senden mußte. Dies hat auch einen kleinen Abzug zu Wege gebracht. Ich erhielt nämlich nur 198 r. 346V* fl. Wegen der Jahrzahl hat Ihnen .... Lehrberger geschrieben. Er meinte durchaus, es sei dem Debit zuträglich, wenn Heidenheim noch darauf steht, und hat deshalb die späteren Abdrücke mit sspn versehen. Es sollte mir leid sein, wenn dies Ihnen mißfiele. Betrachtend den Preis, so habe ich Ihnen die Xenien auf 71/2 fl. gestellt, mehr konnte ich nicht abhandeln. Sie finden mein Geschichtswerk bei den Sachen, nain vb rbrz nnsTrai ts ms rn*6 rrm. Mit den rmvn ist in Berlin ein Versehen vorgefallen. Sie empfangen nämlich 25 Ex. Druck und 5 fein, und da der Fehler dort bemerkt wared, so hat man 5 Ex Druck unter Ihrer Adresse nachgesendet, so daß Sie 5 Ex fein zu viel erhalten. Entweder nun belieben Sie mir dieselben mit ä 7i/2 r., also zusammen 37i/2 r. zu berechnen, und ich hätte demnach bei Ihnen noch 25 r. gut, oder Sie senden mir einmal bei Gelegenheit so viel zurück, als der Betrag von 25 r. ausmacht. So wäre denn dies beseitigt. Sie haben aber nicht nöthig, dieserhalb sich oder mir Portokosten zu machen. Nun auch einige Bitten. Ich wünschte sehr, mit den Fortschritten in der Cultur unserer Brüder und ihren Schicksalen in Polen und Rußland bekannt zu bleiben. Lassen Sie mir also gefälligst darauf bezügliche Schriften und besonders recht viele Schulnachrichten etc. zu kommen, was Meßleute über Leipzig leicht sicher befördern können. Auch alte onsc von historischem Werthe hätte ich gerne, wenn sie nicht zu theuer sind. Wie oft habe ich meinen alten Namensfreund bewundert, von welchem es heißt, rwsz -ra* Sr n« jrr rsnßn (freilich in ausgedehntem Sinne verstanden). Stillen Sie meinen Durst, lieber Freund! Sie wissen, was mir nützlich sein kann. Theilen Sie meine Wünsche auch Ihrem edelen Bruder mit, welcher mich durch seine wenigen Zeilen herzlich erfreut hat. Ich erkenne darin eine schöne Gesinnung, wenngleich ich es tadeln muß, daß er mich so hoch stellt. Meine geringen Leistungen hatten ihrer Zeit einigen Werth; ich habe sie leider nicht vervollkommnen können, da ich einem Beruf angehöre, welcher alle meine Zeit in Anspruch nimmt. Meine jüngeren Zeitgenossen überflügeln mich an Gelehrsamkeit und Geist in jeder Beziehung, und ich freue mich darüber, die Fortschritte selbst mitansehen zu können. Grüßen Sie ihn herzlich von mir so auch alle heben Ihrigen, welche Gott Ihnen gesund erhalten möge. Unter Begrüßung d. H. Stern, Hertzfeldt u. a. Freunde bitte ich Sie um die Fortdauer Ihrer Freundschaft und verbleibe wie immer der Ihrige J. M. Jost. Die Frage der frühen Beerdigung der Juden m Braunschweig. Von Kurt Wilhelm. Der Streit um die Begräbnisfrage, der von Mecklenburg ausging und den Siegfried Silberstein in dieser Zeitschrift, Jahrg. I, S. 233 ff. und S.275ffr, in seinem Aufsatz „Mendelssohn und Mecklenburg" behandelt hat, hat auch in Braunschweig eine kurze Zeit die Gemüter erregt Die Polizeiakten 204