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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 202

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 4
Article
Elkan Herz, der Freund und Verwandte Moses Mendelssohns, der Vater der ersten Leipziger liberalen Judengemeinde
Date
1932-01-01
Page
Seite 202 (sequence 5)
Language
German
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Solchem nach will ich hiermit jedes Recht, so ich an diesem Hause etwa dadurch, dass ich es auf die obbeschriebene Weise in Lehn genommen, erlangt haben möchte, auf die alleinige, wahre und eigentliche Besitzerin und Eigenthümerin, auf Madame Jette Goldschmidt geb. Herz, wohlbedächtig und feierlichst übertragen, und hierdurch und kraft dieses auf das verbindlichste gegen sie mich erklären und reversieren, dass ich mir niemals und auf keine Weise ohne deren Einwilligung eine Verfügung unter den Lebendigen so wenig, als auf den Todesfall über oft erwähntes Haus anmassen und selbiges wieder veräussern, verpfänden, vermiethen, bewohnen, noch sonst etwas damit vornehmen will, wodurch Madame Goldschmidt in dem ruhigen Besitz und Eigenthum dieses Hauses gestöret oder verletzet werde." Offiziell waren also auch nach dem Tode Elkan Herz' Erben noch nicht als Besitzer des Hauses eingetragen. Erst seine Enkelkinder Rudolph Elias und Siegmund Elias Goldschmidt in Cassel sollten auch behördlicherseits als Besitzer des Grundstückes eingetragen werden. Durch ein Gesetz vom 29. Oktober 1833 waren die Juden Kurhessens in ihren Rechten und Pflichten den Untertanen anderer Bekenntnisse gleichgestellt, aber erst ein Reichsgesetz vom 27. Dezember 1848, welches die Grundrechte des Deutschen Volkes und auch der Juden regelte, gestattete letzteren in Sachsen die Ansiedlung. Glücklicherweise lebte der Advokat Römisch noch (er ist hochbetagt und geachtet am 25. Januar 1862 im Alter von 86 Jahren gestorben), so daß der Ueberschreibung nichts im Wege stand. Dr. Römisch selbst schrieb am 15. März 1850 in dieser Angelegenheit an den Rat17), daß das auf seinen Namen im Grund- und Hypothekenbuch eingetragene Hausgrundstück Reichsstraße 503 nicht ihm gehöre, sondern den Erben seines verstorbenen Freundes Elkan Herz; er habe nur als Lehnsträger wegen der Religionsverhältnisse fungiert. Und dann lesen wir weiter: „Jetzt aber, wo ihre Religion kein Hindernis mehr ist, wollen sich die Erben das Haus zuschreiben lassen, obgleich sie in Kassel unter der Finna Gebr. Goldschmidt ein Geschäft betreiben, welches sie keines- ") Dieselben wie unter 16. Bl. lff. 102 wegs deshalb aufgeben wollen. Damit das Grundstück nun auf ihren Namen eingetragen werden könne, wollten sie Bürger der Stadt werden." Der Rat machte den am 20. Juli 1802 zu Cassel geborenen Enkel Elkan Herz' am 18. Oktober 1850 zu seinem, wenn auch nicht in der Stadt Leipzig wohnenden Bürger; jetzt stand einer Uebernahme des Hauses nichts mehr im Weg. Es steht heute noch in derselben Gestalt, wie es Elkan Herz bewohnt hat. Es ist das Haus Nr. 34. Durch seine Tür ist auch ein Moses Mendelssohn geschritten, als er den Vetter während der Messe besuchte. Arno Kapp. Aus Markus Josts Briefwechsel. Von B. Weinryb. In seinem Werk „Isaak Markus Jost und seine Freunde" (Cincinnati 1887), erwähnt Zirndorf, es sei schade, daß wir Josts Briefe nicht besitzen, sie befänden sich in Rußland, Polen und anderen Ländern ohne Aussicht, sie erhalten zu können. Tatsächlich ist es noch nicht gelungen, seine Korrespondenz der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Abgesehen davon, daß sie über den Mann Jost mancherlei Aufschluß geben könnte, ist sie in vielleicht noch höherem Maße als Dokument der bewegten Zeit, in der Jost gelebt und 'gewirkt hat, wertvoll. Josts Geschichtswerk ist schnell von der jüdischen Historiographie überholt worden und damit in Vergessenheit geraten. Deswegen kam es zu der geringschätzigen Beurteilung Josts als „Annalist", „Rationalist" usw. Von dem, was im letzten Jahrzehnt über ihn geschrieben wurde, ist nur die Arbeit von Salo Baron „I. M. Jost, the Historian" (vgl. Loewes Bibliographie ZGJD 1930, Nr. 75) von Wert, in der dieser den Versuch macht, Jost zur deutschen Geschichtsschreibung und den in Deutschland herrschenden geistigen Strömungen der Zeit in Beziehung zu bringen. Von welchem Wert aber die Briefe Josts sind, kann man aus einem vor einigen Jahren veröffentlichten Brief an I. S. Reggio ersehen (Reschumoth IV, Tel-Aviv 1926, S. 361/62). Er äußert sich dort zunächst abfällig über die „Allgemeine Zeitung des Judentums" und ihren Herausgeber, „der nur darauf bedacht sei, Geld zu verdienen". Weiter sucht er, die deut-

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