Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Die hebräische Sprachwissenschaft in Deutschland im Zeitalter des Humanismus
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 30)
- Language
- German
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Bernhard Wachstein. Das Statut der jüdischen Bevölkerung der Grafschaft Wied-Runkel. (Pinkas -Runkel) in den biblischen Schriften lebt mit seinem Erbteil an ethischen und religiösen Energien, und indogermanischem, dem Geist gewissenhafter Forschung, Gründlichkeit, Sachlichkeit, die Verschmelzung östlicher Weisheit mit westlicher Technik, und bezeugen so die Bedeutung der hebräischen Sprache für die Kultur- und Geistesgeschichte zweier Welten. Inhaltsübersicht der beiden Teile. (Teil I: Jahrg. 1931, S. 81—97. 180—193. Teil II: Jahrg. 1932, S. 100—129) I. Literatur, S. 81. — Charakter der hebräischen' Sprachwissenschaft. Ihre doppelte Erscheinungsform. Das Problem, S. 83. — Nigri, S. 87. — Aruch, S. 88. — Pellikan, S. 89. — Adrian, S. 91. — Reuchlin, S. 93. — Böschenstein, S. 180. — Masora, Talmud, Targum, S. 182. — Levita, S. 184. — Fagius, S. 186. — Hebräische Drucke, S. 187. — Münster, S. 189. II. Die Wittenberger, S. 100 ff. — Melanchthon, S. 102. — Forster, S. 105. — Masius, S. 107. — Eber, S. 107. — Moller, S. 108. — Universitäten, S. 109. — Schulordnungen, S. 113. — Neander, S. 117. — Sturm, S. 119. — Schulmänner, S. 120. — Methode, S. 121. — Lehrbücher, S. 124. — Rückblick und Synthese, S. 126. Das Statut der jüdischen Bevölkerung der Grafschaft Wied-Runkel (Pinkas Runkel) Von Bernhard Wachstein Die in dem Pinax Runkel festgelegten Bestimmungen zur Schaffung einer inneren Verfassung der jüdischen Bewohner der reichsunmittelbaren Grafschaft Wied-Runkel füllen den Zeitraum von 1733 bis 1760 aus, die daran sich anschließenden Protokolle laufen bis 1783. Das Territorium, das jetzt einen Teil Preußens bildet, in der napoleonischen Zeit vorübergehend zum Großherzogtum Berg und zum Herzogtum Nassau geschlagen wurde, befand sich seit dem 11. Jahrhundert im Besitze der Häuser Wied, Isenburg und Runkel. Seit dem Ausgange des 17. Jahrhunderts übte die Linie Wied-Runkel die Hoheitsrechte in der Landschaft aus. In der erwähnten Periode regierten: Johann Ludwig Adolf, 1705 als Sohn des 1706 verstorbenen Maximilian Heinrich und der Sofia Florentina aus dem Hause Lippe-Detmold geboren, übernahm 1730 die Regierung aus der Hand seiner Mutter, die bis dahin die Regentschaft geführt hatte. Nach seinem 1762 erfolgten Tode kam sein Sohn aus erster Ehe Christian Ludwig zur Herrschaft. Er starb 1791, nachdem er vorher die Reichsfürstenwürde erlangt hatte. Ueber das Verhältnis der Herrscher zu ihren jüdischen Untertanen erfahren wir nur wenig aus unserem Dokumente. Runkel war schon früher von Juden bewohnt, wie wir dies aus dem Provenienznamen Runkel, der in der älteren hebräischen Literatur sporadisch auftritt, erschließen können. Es hat jedoch den Anschein, daß die Judenschaft, die sich die zu besprechende Verfassung gab, neu eingewandert sei, etwa am Anfang des 18. Jahrhunderts. Aus den Beinamen, die manche Würdenträger und sonst in den Protokollen genannte Personen führen, sowie aus der ausdrücklichen 5 129