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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 78

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 2-3
Article
Zur Geschichte der Juden in der Schweiz unter Kaiser Sigismund (1411-1437)
Date
1932-01-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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M. Ginsburger. Zur Geschichte der Juden in der Schweiz unter Kaiser Sigismund (1411—1437) einen Krieg mit Venedig verwickelt war, erschien er erst 1414 in Deutschland und wurde am 8. November zu Aachen gekrönt. So verstehen wir es, wenn die erste Urkunde Sigismunds, die sich mit den Juden in der Schweiz beschäftigt, aus Udine vom 18. Januar 1413 datiert ist. Der Kaiser teilt darin den Juden und Jüdinnen in „Zürich, Bern und anderen iren Sloszen" mit, daß er seinem Protonotar Johann Kirchen befohlen habe, den goldenen Opferpfennig einzuziehen (Thommen, 26, 10; Nr. 33). Aus einer am 6. September 1413 zu Chur ausgestellten Urkunde erfahren wir, daß damals auch in Solothurn Juden ansässig waren. Der Kaiser erlaubt nämlich dem Edlen Philipp von Heimgarten, seinem Diener, und Hofgesinde, auf Grund dieser Urkunde, zum Lohne für seine treuen Dienste, alle goldenen Opferpfennige, die ihm von den Juden zu Zürich, Bern und Solothurn und auf Weihnachten fallen, einzunehmen (Thommen, Nr. 36). Ihre finanzielle Lage muß keine glänzende gewesen sein, sonst hätte Sigismund die Tausend Gulden, die er dem Gottschalk von Abentur, Bürger in Basel, für Kleinodien schuldete, nicht auf Kölner Juden, seine und des Reiches Kammerknechte in Deutschland, zur Bezahlung angewiesen. Es wäre wohl naheliegender gewesen, die Juden in der Schweiz dafür in Anspruch zu nehmen (Urkunde vom Februar/März 1416 bei Thommen, 58, 32). In der Tat war die Zahl der schweizerischen Juden damals nicht sehr groß. Wenn wir annehmen, daß sämtliche in den letzten vierzig Jahren aufgenommenen Familien um 1416 in Zürich noch vertreten waren, so finden wir folgende Daten und Namen: 1377. Eberhard von Gebweiler und sein Gesinde. 1378. Smario Pfefferkorn. 1378. Fidel von Ulm und sein Gesinde. 1378. Smario von Neustadt. 1379. Moyses von Tournay (in Flandern). 1379. Moyses, sein Sohn Isenlib, von Nürnberg. 1380. Viflin, der jung. 1381. Kaiman von Ehingen, seine Söhne Salman und Ensli und seine Tochter Hester. 1381. Josef von Heidelberg und Gesinde. 1383. Fislin, Anshelms von Ulm Sohn, und sein Schwager Fisli von Rüttlingen, Samuel Zaduk, der Sohn Josefs, und sein Gesinde. 1384. Abraham von Vesoul und Gesinde. Josef von Vesoul. Isach von Baden und sein Schwiegersohn Moses, Mennli und Symon. 1385. Syfia die Jüdin und Gesinde. Sara, die Tochter Eberhards von Gebweiler und Gesinde. 1387. Mbuslin und Gesinde. 1388. Leo von Waldshut. 1390. Jakob von Freiburg i. Ue. 1393. Mathyss, der Sohn Eberhards von Gebweiler. Marye, die Frau Eberhards von Gebweiler. 1394. Moyses Baltmann und sein Gesinde. Symon Meyer und seine Mutter Sara. 1396. Israhel von Brugg. 1410. Joslin von Kentzingen. 1414. Hännlin, die Witwe des ehemaligen Burgers Smario, ihr Tochtermann Juda und Gesinde. David von Waldshut, sein Weib Juntlin, sein Sohn Gottlieb, dessen Weib Fündlin*), ihre Tochter Bela und deren Mann Rüben. Ester, die Witwe des Abraham von Vesoul, ihr Sohn Mennlin, dessen Frau Pesslin und Gesinde. Letztere kauft 1433 ein Haus in Zürich (Ulrich, 25). *) Vielleicht Froedlin, die 1433 ein Haus kaufte (Ulrich, 25). 78

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