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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 62

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 1
Article
Jahrbücher und Zeitschriften [Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 62 (sequence 4)
Language
German
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Lrteratar literarisches Magazin im besten Sinne des Wortes: La Rassegna mensile di Israel, die in Rom redigiert wird und in Florenz erscheint. Sie verfügt über einen Stab namhafter jüdischer Mitarbeiter. Unter ihnen Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler, Politiker. Dementsprechend ist der Inhalt mannigfaltig gestaltet, nicht auf wissenschaftliche Beiträge allein beschränkt. Der wissenschaftliche Teil ist jedoch gut verwaltet, er bringt wertvolle Arbeiten, die zum Teil auf archivalischen Quellen aufgebaut sind und beim jüdischen Historiker Beachtung verdienen. Erwähnt sei aus dem 5. Bande eine größere wirtschaftsgeschichtliche Abhandlung von Attilio Milano: Ricerche sulle condizioni economiche degli ebrei a Roma (1555—1848), die nach mehreren Fortsetzungen im 6. Bande zum Abschluß gelangt ist. Ferner Yoseph Co 1 ombo : Mendelssohn apologeta delPEbraismo; Arnaldo Momigliano: I nomi delle prime „Sinagoghe" romane e la condizione giuridica delle Comunitä in Roma sotto Augusto. Sehr erfreulich ist es, daß der literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Produktion der Juden in Deutschland in dieser Zeitschrift besondere Aufmerksamkeit gewidmet' wird. So enthält das neueste Heft 7 des 6. Bandes eine ganz umfangreiche Würdigung von Arthur Ruppins Soziologie der Juden. Die Anschaffung der in Deutschland wohl noch wenig bekannten Zeitschrift ist den Bibliotheken zu empfehlen. Die hier gegebene Uebersicht kann nicht geschlossen werden, ohne daß auch der Verluste gedacht wird, die das periodische wissenschaftliche Schrifttum zur Geschichte der Juden im Berichtsjahre erlitten hat Eine Zeitschrift mit ähnlichen Zielen wie die Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei und die Jüdische Familienforschung „Jüdisches Archiv", die zwei Jahre lang in Wien erschienen war, hat ihr Erscheinen eingestellt. Das gleiche Schicksal teilte bedauerlicherweise nach Abschluß ihres 17. Jahrganges die „Monatsschrift für Leben und Lehre im Judentum Jeschurua", die in früheren Jahrgängen manchen wertvollen Beitrag zur Geschichte der deutschen Juden veröffentlicht hatte. Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der cechoslovakischen Republik, herausgegeben von Samuel Stein herz, III. Jahrgang, mit fünfzehn Beilagen. Prag 1931. Im Selbstverlag der Gesellschaft. 448 S. Der dritte Jahrgang dieses Jahrbuchs schließt sich gleichwertig seinen Vorgängern an. Er ist diesmal nur in deutscher Sprache ausgegeben, da nur eine czechische Abhandlung zur Verfügung stand. Oskar Donath eröffnet den Band mit einem umfassenden Auszug aus seinen czechischen Arbeiten über Juden und Judentum in der tschechischen und hier speziell in der neueren czechischen Literatur. Dichtung, Drama, die Romane der verschiedenen Gattungen werden auf jüdische Figuren oder jüdische Tendenzen untersucht, zuletzt wird die schöpferische Tätigkeit von Juden selber für die czechische Literatur behandelt. Der Verfasser bezeichnet seine Arbeit als einen Versuch, der zur Einzelbehandlung all der Probleme anregen soll, die hier in der Tiefe liegen und schon in seiner Darstellung berührt werden, deutsches oder czechisches Judentum, Antisemitismus und Judenfreundlichkeit innere Einfühlung oder seelische Fremdheit usw. Er selbst hat sich mit seiner umfassenden Kenntnis der Literatur und Literaturgeschichte so sehr in dies ganze Gebiet eingefühlt, daß seine Darstellung auch für die von ihm gewünschte Spezialbehandlung eine gewichtige Quelle bleiben wird. — Einen originellen und, weil es die erste Darstellung dieser Art ist, originalen Beitrag liefert Tobias Jakobovits in einer Geschichte der Judenabzeichen in Böhmen. Judenhut, gelber Ring, Halskrause, gelber Fleck sind die Auszeichnungen für Juden, über die er die einschlägigen Bestimmungen zusammenfaßt, besonders interessant hinsichtlich der von Leopold I. 1670 speziell für Prag eingeführten Halskrause mit ihren Vorschriften und Einschränkungen und 62

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