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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 61

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 1
Article
Jahrbücher und Zeitschriften [Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 61 (sequence 3)
Language
German
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Literatur mährisch-jüdischen Publizisten Hugo Gold, veröffentlicht eine Fülle meist kleinerer Beiträge zur örtlichen Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei. Von den Mitarbeitern seien Cassuto, Flesch, Krauß und Wachstein genannt, ferner D. Herzog, dessen Erörterung des Problems Kreuzfahrer und Juden in Prag 1096 Hervorhebung verdient. (Bd. 1, S. 219, dazu Band 2, S. 49 ff.). Die Zeitschrift erscheint in Vierteljahrsheften. Wie die modernen Bestrebungen auf dem Gebiete der Heimatgeschichte und Volkskunde die jüdische Geschichtsforschung beeinflußt haben, so hat in den letzten Jahren auch die Familiengeschichte in weiten jüdischen Kreisen Interesse und Pflege gefunden. In der „Jüdischen Familienforschung" ist diesem geschichtlichen Spezialzweige eine wissenschaftliche Pflegestätte erstanden, unter der Leitung des verdienten Vorkämpfers dieser Bewegung Arthur Czellitzer. Von den zahlreichen kleineren Aufsätzen des letzten Jahrganges dürfen folgende auf allgemeinere Beachtung rechnen: Bernhard Brilling, Jüdische Messe- und Marktbesucher in Breslau (S. 369), Ernst Wolff, Das Familienarchiv, sein Aufbau und seine Verwaltung (S. 328, 378), Bruno Kisch, Aenderung der Judennamen im Rheinland 1808 (S. 392), Josua Friedlaender, Mohelimbücher als Quelle der Familienforschung (S. 406). Für den Wissenschaftler befremdlich wirkt in der genannten Zeitschrift die Aufnahme einer Rubrik „Erben gesucht", in welcher die Namen jüdischer Erblasser veröffentlicht werden, deren Erben unbekannt sind. Derartiges gehört nicht in eine Zeitschrift, wenn sie Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Die zahlreichen jüdischen Gemeindeblätter, die in den größeren Gemeinden Deutschlands zumeist wöchentlich erscheinen, brauchen hier kaum erwähnt zu werden. Nur selten öffnen sich ihire Spalten wissenschaftlichen Aufsätzen geschichtlichen Inhalts. So sehr es auch zu wünschen wäre, so wenig bedauerlich wird diese Erscheinung der Bibliograph finden, dem solche Arbeiten infolge der örtlichen Verstreutheit nur zu leicht entgehen können. Sie werden übrigens im bibliographischen Teile dieser Zeitschrift von Heinrich Loewe gewissenhaft verzeichnet. Eine wohl vereinzelte, deshalb umso erfreulichere Erscheinung auf dem Gebiete der Gemeindepublikationen stellt das Jahrbuch für die j ü dischen Gemeinden Schleswig-Holsteins, der Hansestädte und der Landesgemeinde Oldenburg dar, das — von dem Verbände der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte herausgegeben — bereits im dritten Jahrgange vorliegt. Er enthält wie seine beiden Vorgänger außer Nachrufen auf die Toten des Jahres beachtenswerte Beiträge zur Gemeindegeschichte: Ed. Dukeß, Die Gemeinden und ihre Beamten der Provinz Schleswig-Holstein 1836—1871; Max Markreich, Die drei Begründer der isr. Gemeinde Bremen; Ed. Dukeß, Alexander David, Kammeragent des Herzogs von Braunschweig und seine Familie in Hamburg-Altona; Bernhard Brilling, Der Streit um den Friedhof zu Ottensen, ein Beitrag zur Frühgeschichte der deutsch-israelitischen Gemeinde in Hamburg. Die fremdsprachigen jüdisch-wissenschaftlichen Zeitschriften des Auslandes beachten Probleme zur Geschichte der Juden in Deutschland fast bloß durch Referate oder Rezensionen über deutschsprachige historische Werke, für die meist nur wenig Raum verfügbar ist. In ihrem Inhalt findet sich manches, das auch für den jüdischen Historiker in Deutschland beachtlich erscheint. So seien folgende Arbeiten aus dem 90. Bande der Revue des etudes juives angemerkt: Ad. Cremieux, Les juifs de Toulon au moyen-äge et Ia massacre du 13 avrii 1348, E. Ginsburger, Les juifs de Belgique au XVIIIe siecle; aus dem 91. Bande: Cecil Roth, Notes sur les Marranes de Livourne, Rachel Wischnitzer, La catacombe de la Villa Torlonia. Aus The Jewish Quarterly Review Vol. XXII: Cecil Roth, The religion of the Marranos. Aufmerksamkeit verdient auch in Deutschland eine erst wenige Jahre bestehende italienische Zeitschrift, die einen eigenartigen Typ darstellt, ein 61

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