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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 52

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1932
Issue
Heft 1
Article
[Rezension] / Freudenthal, Max
Date
1932-01-01
Page
Seite 52 (sequence 1)
Language
German
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Literatur Moses Mendelssohn, Gesammelte Schriften; Jubiläumsausgabe, zweiter Band: Schriften zur Philosophie und Aesthetik II; Berlin, 1931. Akademie- Verlag. LV u. 428 S. Der vorliegende zweite Band der Gesamtausgabe und zugleich zweiter Band der Schriften zur Philosophie und Aesthetik ist von Fritz Bamberger und Leo Strauss bearbeitet. Er umfaßt die Anfänge der Mendelssohnschen Schriftstellern bis zum Erscheinen des Phädon, mit dem eine neue Periode beginnt. Die Abhandlungen sind an sich nicht von großer Bedeutung, wohl aber für die Entwicklung des Denkens und der Methode des Philosophen von Wert. Das erweisen schon die Notizen in seinen Kollektaneenbüchern, die, soweit es sich um selbständige Bemerkungen handelt, von Bamberg er zusamm engestellt sind, darunter manches bisher nicht veröffentlichte Stückchen. In den Einleitungen zu den einzelnen Abhandlungen stellen die Herausgeber, sofern es möglich ist, Entstehung und Verwendung der Arbeiten fest. Von besonderer Bedeutung sind ihre Feststellungen in den Einleitungen zu der mit Lessing gemeinsam verfaßten Schrift „Pope ein Metaphysiker", wo die Vorgeschichte und der gegenseitige Anteil der beiden Bearbeiter zum erstenmal klargelegt wird, zu den Bemerkungen Mendelssohns „zu einem Laokoon-Entwurf Lessings", wo der Einfluß des Freundes auf den Laokoon stärker als bisher nachgewiesen wird, und zur Preisschrift „Abhandlung über die Evidenz", für deren Entstehung, Absicht und Inhalt Strauss eine" Reihe neuer Gesichtspunkte beibringt, die sehr wertvoll sind. Ueber die Stellung Mendelssohns zur Musik gibt die Einleitung von Borodianski zu der Abhandlung über „die gleichschwebende Temperatur" Aufschluß, die natürlich nur noch historische Bedeutung besitzt. Aus dem Kommentar Mendelssohns zu den „Termini der Logik des Maimonides" bringt Strauss einstweilen einige Kapitel irj sorgfältiger Uebersetzung. An die Texte schließen sich wieder Variantenverzeichnisse und die wertvollen erklärenden Anmerkungen an, die das Verständnis durch Hinweise auf Lehren und Personen erleichtern. Wir sehen, dankbar für das Gebotene, dem Fortgang der Arbeiten entgegen. Nürnberg. Max Freudenthal. Moses Mendelssohn, Gesammelte Schriften; Jubiläumsausgabe, elfter Band: Briefwechsel (Band I, 1754—1762), bearbeitet von Bruno Strauss. Mit einem Bildnis. Berlin 1932. Akademie-Verlag. XIV u. 516 S. In Fortsetzung der Jubiläumsausgabe der Mendelssohnschen Schriften ist jetzt der erste Band des Briefwechsels erschienen — als elfter Band der Gesamtausgabe —, den frühesten Zeitraum 1754—1762 umfassend. Die Briefe vor dieser Zeit sind verschollen. Die neue Ausgabe des Briefwechsels, welche von Bruno Strauss bearbeitet ist, bietet die Korrespondenz Mendelssohns in zeitlicher Reihenfolge und ist durch zahlreiche bisher zerstreute oder unbekannte Stücke ergänzt. Zum besseren Verständnis sind auch einige an Mendelssohn gerichtete Briefe mit aufgenommen. Neben den bereits bekannten Beziehungen Mendelssohns tauchen neue auf; aber auch über die alten wirft die Vervollständigung und wohlgeordnete Zusammenstellung dieser Ausgabe viel erhellendes Licht. Im vorliegenden ersten Band nehmen die schriftlichen Unterhaltungen mit L e s s i n g und die Briefe Mendelssohns an seine Braut den größten Raum ein. Die Lücken im Briefwechsel mit Lessing konnten leider nicht ausgefüllt werden. Dagegen sind die jüdisch-deutschen Briefe an Fromet Gugenheim, die im Original in Band XVI bereits vorliegen, durch ihre Uebertragung ins Deutsche zum erstenmal zur Kenntnis der weiten Welt gebracht und gestatten nunmehr für jedermann einen rührenden' Einblick in das innere und äußere Leben, in die Gemütstiefe und Charakterstärke des sehr verliebten Weltweisen. Mit den Grundsätzen, nach denen diese Ausgabe den Briefwechsel ordnet und zusammenstellt, kann man durchaus einverstanden sein, im großen und ganzen auch mit denen, nach welchen die Uebersetzung der Original-Bräutigamsbriefe erfolgt ist. Es ist nur nicht zu begreifen, warum 52

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