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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 265

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 4
Article
Hebraica aus Stammbüchern des 18. Jahrhunderts
Date
1931-01-01
Page
Seite 265 (sequence 3)
Language
German
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testantismus um jene Zeit großes Aufsehen erregte, beschließen die Reihe dieser Helmstedter Professoren. Während seiner Studienzeit besuchte Giseke in Halberstadt den Fabeln dichtenden Vater Gleim, der am 18- September 1753 die berühmten Worte des Horaz „aequam memento in rebus arduis" einschrieb. Den April des folgenden Jahres verbrachte Giseke in seiner Heimatstadt Braunschweig, wo sich der Prediger an der St. Martinskirche, Ernst Ludwig Orlich, und der Probst des Klosters St. Lorenz bei Schöningen, Johann Christoph Harenberg, eintrugen. Mitte Mai weilte er vorübergehend in Jena und erhielt dort arabische Zeilen des um die hebräische Lexikographie verdienten Orientalisten Johann Gottfried Tympe. Ueber Saalfeld, wo ihm der dortige Archidiakonus Mathias Nikolaus Semmler, der Vater des berühmten Theologen, einen hebräisch geschriebenen Vers aus den Psalmen mitgab, ging Giseke nach Halle, wo sich am 29. und 30. Juli einige der dortigen Gelehrten einzeichneten, so der protestantische Theologe Johann Heinrich Callenberg, der Begründer des Institutum Judaicum, das auf Grund von Franckes Anregung zur Bekehrung der Juden errichtet wurde, der einflußreiche Professor Baumgarten, dessen Nachrichten von merkwürdigen Büchern im gleichen Jahre erschienen, der beliebte Popularphilosoph Georg Friedrich Meier, dessen Vorlesungen stets überfüllt waren, sein Kollege Christian Benedikt Michaelis, der als Orientalist wertvolle Arbeiten zur Geschichte der hebräischen Sprache verfaßte, der Rechtsgelehrte Geheimrat Carrach und der Theologe und Professor der Oekonomie Johann Friedrich Stiebritz. Wenige Tage später hielt sich Giseke in Leipzig auf, wo sich neben dem Philosophen und Theologen Christian August Crusius der dortige Professor der Dichtkunst und Beredtsamkeit, der Dichter Christian Fürchtegott Geliert mit der Sentenz aus Ciceros Reden eintrug: „par est omnes experiri cui res magnas et magna opere expetendas concupiverunt." Ende des Monats folgen in Jena die Theologen und Professoren Johann Georg Walch und Johann Christoph Koecher. Offensichtlich blieb Giseke im Wintersemester 1754/55 in Jena; denn aus dieser Zeit enthält sein Buch die Namenszüge zahlreicher dortiger Gelehrten. Da findet sich der Professor der Geschichte und Jurisprudenz Christian Gottlieb Buder, dessen vortreffliche Büchersammlung noch heute eine Zierde der Jenaer Universitätsbibliothek ist, sein berühmter Kollege Johann August Hellfeld, der Wolfi- , aner, Philosoph, Mathematiker und Kenner orientalischer Sprachen Johann Peter Reusch und die beiden aus einer angesehenen Theologenfamilie stammenden Mathematiker Johann Bernhard und Basilius Christian Bernhard Wideburg. Der 22. April 1755 sieht Giseke in Weimar bei dem Leiter des dortigen Gymnasiums, dem Theologen und Philosophen Jakob Carpov, während er wenige Tage später in Kassel mit dem dortigen Pastor Johann Jacob Pütt zusammentraf, jenem selben Geistlichen, der als Prediger an der Barfüßerkirche im Jahre 1784 in Frankfurt a. M. die Königspredigt für Joseph II. hielt. Im Mai besuchte unser angehender Theologe Göttingen, um sich dort für sein Stammbuch wertvolle Beiträge einzusammeln. Als erster schreibt sich am 3. Mai der bedeutende Theologe und spätere Kanzler der Universität Johann Lorenz von Mosheim ein, ihm folgen in kurzen Abständen der Theologe Georg Heinrich Ribow, die Kirchenhistoriker Johann Christian Gebauer und Jacob Wilhelm Feuerlein, der scharfsinnige Polyhistor Christoph August Heumann, der Staatsrechtler Johann Jacob Schmauß, der Philosoph und Naturforscher Samuel Christian Hollmann, der seit der Gründung der Göttinger Universität, seit 1734, als deren erster ordentlicher Professor dort wirkte, und schließlich der verdiente Philologe und Begründer des Göttinger philologischen Seminares Johann Mathias Gesner. Im Juli besuchte Giseke seine ursprüngliche Studienstätte und erhielt von dem damals bedeutendsten Vertreter der deutschen Chirurgie, dem greisen Professor Lorenz Heister das lateinische Zitat „nulla scientia melior est illa, qua homo cognoscit se ipsum". Die Herbstferien verbrachte Giseke wieder zu Hause, wo ihm der feine und zarte Gottesgelehrte, der spätere Abt zu Riddagshausen und Vater des 265

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