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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 259

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 4
Article
Beitrag zur Geschichte der Juden in Oberhessen von ihrer frühesten Erwähnung bis zur Emanzipation
Date
1931-01-01
Page
Seite 259 (sequence 9)
Language
German
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Rosy Bodenhehner. Beitrag zur Geschichte der Juden in Oberhessen Gemeinschaftsbesitz von Solms-Braunfels, Solms-Laubach, Hanau und Stollberg-Ortenberg: Münzenberg 1188 (Aronius, a. a. O., 323 b) Aus den Fürst 1. Effolderbach 1592 Stadt Gedern 18. Jhrh. Glauberg 18. Jahrh. Oberseemen 17. Jahrh. Stadt Ortenberg 1571 Ranstadt 1548 Usenborn 18. Jahrh. Aus den Fürst 1. Bönstadt 1682 Stadt Büdingen 1330 Diebach 1718 Düdelsheim 1631 Heegheim 18. Jahrh. Leustadt 1718 Lorbach 1718 Mittelgründau 1718 Rohrbach 1725 Stockheim 1725 Vonhausen 1718 Wennings 17. Jahrh. Wolf 1749 Stollbergschen Landen: (Fürstl. Stollberg'sches Arch. Ortenberg X, 48) (dto.) (dto.) (dto. III b, 61) (dto. X, 48) (dto.) (dto.) Ysenburgschen Landen: (Fürstl. Ysenburg'sches Gesamtarch. Büdingen, Judensachcn, Nr. 499) (dto., Nr. 324) (dto., Nr. 500) (dto., Nr. 499) (dto., Nr. 501) (dto., Nr. 500) (dto., Nr. 500) (dto., Nr. 500) (dto., Nr. 500) (dto., Nr. 500) (dto., Nr. 500) (dto., Nr. 499) (dto., Nr. 324) 3. Die hessischen Judenordnungen in den althessischen Landesteilen. Die Judenordnungen waren der enge Rahmen, in den das oft so trübe Bild des armseligen Lebens der Juden gespannt war. Im Jahre 1524 gibt der damals 20jährige Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen an alle seine Amtleute den Befehl, die Juden aus ihren Amtsbezirken auszuweisen. Religiöse Motive, die allgemeine Erregung der Reformation können Philipp nicht zu diesem Schritte gedrängt haben, wenn auch das Gutachten des Freiherrn du Thil26) meint, daß Philipp aus religiösen Gründen die Juden aus seinen Landen verstoßen habe. Luther stand damals zu den Juden noch mit Wohlwollen27). Auch spricht gegen die religiöse Motivierung, daß Philipp den Juden gerade zu der Zeit Duldung gewährte, als Luther, in seinen Hoffnungen auf die Bekehrung der Juden getäuscht, zum grimmigen Judenfeinde geworden war. Es kann vielmehr keinem Zweifel unterliegen, daß Philipp die Juden geopfert hat, weil er hoffte, die Gärung unter der Bauernschaft, die damals auch schon seine Lande ergriffen hatte, auf diese Weise zu beschwichtigen28). Die Vertreibung scheint auch, als man 26) Hess. Staatsarch. XI, 2. Konv. 4 (Gutachten des Freiherrn du Thil: Ob den Juden des Großherzogtums Hessen eine neue Verfassung zu geben sei). 27) Reinh. Lewin, Luthers Stellung zu den Juden. Berlin 1911. 2s) S. auch S. Salfeld. Die Judenpolitik Philipps des Großmütigen (Beitr. z. Geschichte seines Lebens und seiner Zeit. Hrsg. v. d. Hist. Ver. f. d. Großh. Hessen, Marburg 1904). 259

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