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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 233

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 4
Article
Die deutschen Bischöfe und die Juden zur Zeit des ersten Kreuzzuges
Date
1931-01-01
Page
Seite 233 (sequence 1)
Language
German
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Die deutschen Bischöfe und die Juden zur Zeit In Speyer, Worms, Mainz, Köln und Trier sahen sich die Bischöfe vor die Aufgabe gestellt, die Juden gegen die Kreuzfahrer oder die Bürger selbst zu schützen. In Mainz und Trier erregten die Erzbischöfe hierdurch die Wut der Angreifer und mußten, am Leben bedroht, sogar selbst fliehen. Die Bemühungen der Bischöfe, die jüdischen Gemeinden zu schützen, vermochte jedoch nicht zu verhindern, daß auf Seiten der Juden zahlreiche Opfer fielen. Zwei Fragen gilt es zu beantworten: Was veranlaßte die Bischöfe, die Juden zu schützen, und warum versagte dieser Schutz (mit Ausnahme von Speyer) im entscheidenden Augenblick? A. Speyer: Bischof Johannes (7. März 1090 — 26. Oktober 1104)1). Für Speyer kommt hauptsächlich Quelle IlPa) in Betracht, die allein ausführlich zu berichten weiß. I und II verzeichnen die Zahl der Todesopfer und schließen mit der kurzen Meldung, daß „die übrigen von dem Bischof gerettet wurden, ohne die Taufe annehmen zu müssen"2). Wir knüpfen unsere Betrachtung also an III an, deren größerer Teil oben S. 46 (Jahrgg. 3, Heft 1) in deutscher Uebersetzung wiedergegeben ist Johannes, der mit einer „großen" Mannschaft eingriff, machte den Metzeleien (am 3. Mai fielen 11 Opfer) rasch ein Ende. Er brachte die Juden in seinen Palast, einige Bürger ließ er ergreifen und ihnen die Hand abhauen. Ferner führte er den Rest der Gemeinde auf Befehl des Königs in befestigte Städte. Infolge der Vermittlung des Vorstehers R. Mosche rettete sie der Bischof Johannes, ohne Bestechung, wie der Verfasser zuletzt hinzufügt. Durch verschiedene Beweggründe wurde der Bischof dazu bestimmt, den Juden Schutz zu gewähren: durch seinen frommen Sinn, den Befehl des Königs und durch die Vermittlung des Vorstehers Mosche ben Jekutiel. Bevor wir untersuchen, inwiefern die Angaben unseres Verfassers stimmen, wollen wir noch den kurzen Bericht in Bernolds Chronik, *) Vgl. Hauck, Kirchengeschichte III, S. 990.!a) Zu den Quellen vgl. S. 39 ff. 2) Auch in einem Anhang zu I (S. 31), der von der Gründung der Speyerer Gemeinde handelt, findet sich abrupt die Angabe: „Durch den Bischof Johannes wurden sie gerettet; elf Seelen wurden erschlagen und der Rest der Gemeinde gerettet". des Von Sara Schiffmann 233

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