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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1931-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 217

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1931
Issue
Heft 2-3
Article
[Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 217 (sequence 2)
Language
German
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Literatur punkt vertrete, daß sie sich in St. Lorenz befand, wo ich die ,Kaufstadf nachwies. Es ist zweifellos, daß gegen Ende des 13. Jahrhunderts die Judenschaft bereits in St. Sebald siedelte. Daß diese Siedlung aber erst im letzten Drittel dieses Jahrhunderts entstand, geht aus den »Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland', III, S. 292 ff., bearbeitet von Salfeld, hervor. Darnach wurde 1280—06 eine Synagoge gebaut. Die Aufzeichnungen über die Spenden sagen, ,daß der Gemeinde ein Grundstück geschenkt und vom Spender eine Synagoge darauf gebaut wurde', daß ein anderer Wohltäter ,die Frauensynagoge und das Gemeindebad erbaute', daß ,der Fußboden in der Synagoge gelegt wurde', daß ein Spender ,den Weg zum Friedhof ankaufte', ein anderer Geld gab, ,den Weg zum Friedhof herzustellen'. Es handelt sich hier unzweifelhaft um eine neue Siedlung, sonst hätte nicht erst ein Grundstück geschenkt und ein Weg angekauft werden müssen, um Synagoge, Bad und Friedhofsweg herzustellen. Sprechen hier die Quellen für eine Neusiedlung im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts, so umgekehrt eine urkundliche Nachricht für die vorhergehende Siedlung in St. Lorenz. ,1288 bekennt Konrad, Ritter von Kornburg, ehemaliger Butigler, daß sein Vater Konrad, auch vor Zeiten Butigler in Nürnberg (urkundlich 1253—74 nachweisbar), den Minderbrüdern zu Nürnberg gegeben habe: viam et semitam transeuntes infra Judeos et stupam balnearum usque ad aquam fluentum scilicet Paganciam (Fränk. Chroniken, Nürnberg, III, 100)'. Hier ist von der Judensiedlung die Rede, die sich oberhalb des Weges, bezw. des Pfades befunden haben muß, welchen die Barfüßer zum Geschenk erhielten. Die Barfüßer errichteten urkundlich gerade damals ihre Kirche, ihren Chor und andere Klostergebäude und bedurften hierzu des Geländes. Die Straße führte, wie aus Streitigkeiten mit der Stadt 1322 hervorgeht, mitten durch den Klosterhof. Damit ist urkundlich festgestellt, daß die Juden zuerst in St. Lorenz saßen. Wer nun noch damit zusammenhält, daß man im untersten Kellergeschoß des Nachbargebäudes des Nassauerhauses (Nähe des Minoritenklosters!) eine Anlage merkwürdiger Art entdeckte, die ich unmaßgeblich für ein Judenbad halte, daß man ferner die ältesten Grabsteine — 1129 — ganz in der Nähe am Fischbach fand und daß die Siedlung, wie man das oft bei Judensiedlungen beobachten kann (vgl. Pinthus in dieser Zeitschrift, Jahrg. II, S. 123), in der Nähe der Hauptkirche und des Brückenübergangs gelegen war, so wird man gezwungen sein, die älteste Judensiedlung in Nürnberg nach St. Lorenz und nicht mit Mummenhoff nach St. Sebald zu verlegen." Zu diesen Ausführungen des Herrn Dr. Kraft, gegen die sich Mummenhoff in der erwähnten Anmerkung wendet, möchte ich hier nicht abschließend ein Urteil abgeben, sondern vorerst nur das eine bemerken, daß ich die unterirdische Anlage angesehen, aber nicht gewagt habe mit Sicherheit zu erklären, daß es sich um eine ehemalige Mikwah handelt. Dem Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg sei hiermit herzlich gedankt, daß er durch die Aufnahme der Abhandlungen Mummenhoffs über die Juden in Nürnberg in den ersten Sammelband diese der Verborgenheit entrissen und der Geschichtsforschung aufs Neue zugänglich gemacht hat. Dem ausgezeichneten Historiker selber wird jeder, der sie benutzt, für alle Zeit von selber Dank schulden. Nürnberg. Max Freudenthal. Rudolf Hallo, Jüdische Volkskunst in Hessen. Festschrift der Sinai- Loge zu Kassel, 1928. 63 S. Das Hessische Landesmuseum Kassel in enger Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museumsverein Kassel gehört mit denen zu Frankfurt, Berlin und Breslau zu den Pionieren des jüdischen Kunstgedankens in Deutschland, und der Verfasser der vorliegenden Schrift, Assistent am Hessischen Landesmuseum und Begründer dieser Abteilung, ist einer seiner eifrigsten Vertreter. 217

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