Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Die Mesnerin von Enns
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Viktor Kurrein. Die Mesnerin von Erms da von sew ir phenning musten enpern. Und zu einer waren, sichrigen vrchund gib ich in obgenanter Wincher der Durner ze Ens in den offen brief versigelten mit meinem inhangunden Insigel wol bestättigt und mit des erbern mannes Albrecht dez Gullen von Strumingen anhangunden Insigel der da damit gezeug ist ym an schaden: Geben do man zalt von christez gepurd vber drewzehen hundert jar und in dem vir und sechziksten jar an Sand Johanni tag ze sunibenten. mns man ms nims^s mn by nnan 7a npnn m cm "i ms T2 mia avrwx V? •*? r>w nnnn wwi ~mv kVi tvois ]iv» nt? irra Der hier genannte Schalam wird in einer Urkunde vom 1. Mai 1391 (Stiftsarchiv St. Florian) belegt. In einer anderen Urkunde, d. d. 24. Juli 1396, (Orig. zu Riedeck) wird ein Schalam aus Linz genannt, der nach Urkunde, d. d. 22. Juni 1397, (Herzogl. Coburg. Schloß - archiv Greinburg) als Vater Isserleins zitiert ist. Hier wird noch ein „Ledrar, der Jude von Enns" aufgeführt, sodaß zweifelsohne Isserlein von Enns gemeint ist. Der Name Ledrar — es kann sich um keine Verschreibung handeln — ist interessant, da Ledrer auch als christlicher Name in Enns vorkommt. Isserlein ist gewiß die merkwürdigste jüdische Persönlichkeit in Enns. Er begegnet uns in seinen geschäftlichen Aktionen zuerst in einer Urkunde, d. d. 28. August 1405 (Orig. im Besitze des Klosters Garsten), in der Ysserl der Jude von Enns über 140 Pfund Pfennige quittiert, welche er als Rest des Kaufschillings für den Hof zu Husendorf von Michel dem Prumer erhalten hat. Die Quittung trägt die hebräische Unterschrift. Eine Ennser Urkunde vom 13. - Dezember desselben Jahres meldet, daß Niclas der junge Gulher, Bürger zu Enns, Ysserlein dem Juden zu Enns den Hof zu Ansiedel auf dem Wagram, Pfarre Enns, mit genannten Zehenten zu Holzwinden und einem Acker Prepewnt, Burgrecht von St. Florian, verkauft. Am 10. Dezember 1407 (Urk. im fürstl. Schlosse zu Eferding) verkauft Heinrich Klebsatel von Enns Ysserlein, dem Juden daselbst, sein Haus und seinen Hof und ein Gärtlein, in Enns gelegen. Bei der Lokalisierung der Verkaufsobjekte wird hier die Judenstraße genannt: „in der Judenstrazz bei der Rinkchmauer". Am 14. Juni 1417 (Orig. Urk. St. Florian) gibt Heinrich von Albarn, Bürger zu Mauthausen, Isserlein, dem Juden zu Enns, Zehente, in der Pfarre Mauthausen gelegen und dem Kloster St. Florian lehenpflichtig, zu Kauf. Nimmt man zu diesen Urkunden noch das obenerwähnte Verzeichnis, so ergibt sich, daß Isserlein keineswegs Geldverleiher war, sondern sich mit dem Realitätengeschäft befaßt hat. Das macht erklärlich, daß er — obwohl „praedives" — in keiner der vorhandenen Judensteuerverordnungen als „absammer" erscheint, da die Herzoge für diesen Zweck die „Geldjuden" voranstellten. Im Jahre 1421 hat er nicht mehr gelebt; denn eine Urkunde, d. d. 6. April 1421, (im fürstl. Schlosse zu Eferding) spricht von „weylnt Isserleins des juden hewsern". Fügen wir diesen Nachrichten noch die Notiz, die Maharil (ed. Sabioneta 31a) bringt, hinzu. Ueber dieselbe vgl. zuletzt Krauß, a.a.O., S. 88, und meine „Hebräischen Handschriftenfragmente in Linz" (Jüd. Archiv 1928, 4/5). Es 173