Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Regensburger Judenstadt
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Adolf Schmetzer. Die Regensburger Judenstadt In Oefele II, 516 muß deshalb: habent plateas amplas übersetzt werden mit: sie haben langgestreckte Straßen. Die Zahl der Straßen wird mit drei angegeben, was zwar wahrscheinlich, aber nicht weiter belegt ist. Der Emmeramer Benediktiner Christopherus Hofmann, genannt Ostrofrankus, ein Augenzeuge der Zerstörung, gibt in De Ratisbona .... et .... Judaeorum praescriptione die Zahl der Häuser auf ungefähr 30 an (paulo plus minusve) und die der Einwohner mit Frauen und Kindern auf etwa 500, hiezu noch 80 einheimische und auswärtige Hochschüler. Man ersieht daraus, daß eine eingehendere Untersuchung, die sich aber aus lauter Kleinarbeit zusammensetzt, nicht überflüssig ist. Nur für zwei Gebäude — Synagoge und Volksschule — stehen uns bildliche Darstellungen zur Synagoge zu Regensburg Innenraum Vorhalle Gezeichnet 1519, unmittelbar vor der Zerstörung, von A. Altdorf er. Verkleinerte Nachbildung Verfügung. Die zwei großen Vogelschaupläne des Historischen Vereins, sonst eine topographische Fundgrube, geben uns keinen Anhalt, weil selbst der ältere erst 100 Jahre nach der Zerstörung der Judenstadt entstanden ist. Was zunächst die Synagoge anlangt, so sind uns die Innenansichten derselben und ihrer Vorhalle in zwei Radierungen von Albrecht Altdorfers Hand erhalten, der der Verkündigung des folgenschweren Austreibungsbeschlusses als Mitglied der magistratischen Abordnung anwohnte (Gemeiner IV, 356). Danach hatte die Synagoge zwei Schiffe, deren rundbogige Gurten und grätige Kreuzgewölbe auf freien Rundsäulen und gebündelten Wandsäulen ruhten. Da der ebenfalls dargestellte Almemor, das Vorleserpult, wahrscheinlich in der Mitte des Raumes gestanden hat, ergeben sich fünf Gewölbefelder, wovon das Bild nur vier zeigt. In der rechten Seitenwand deutet eine Stufe gegenüber dem Almemor die Eingangstüre an und zugleich, daß das Pflaster in der Synagoge etwas tiefer lag 2* 19