Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1930-1931
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Halle
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 3)
- Language
- German
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den Neubau der jüdischen Synagoge betreffend 1827; 4. Etablissements und Aufnahmen 1828; 5. Desgleichen 1842 bis 1849. C. Geburten, Trauungen, Todesfälle : 1—6. 1831 bis 1846. D. Kontrolle über die jüdische Gem einde. 1—3. 1827—1871. E. Synagogengemeinde. Unkatalogisierte Akten über die Vorstandswahlen 1858—1887. F. Sonstiges. 1. Die Beiträge zum Hebammeninstitut 1828. Man sieht, die vorhandenen Akten reichen nicht werter zurück als in den Anfang des 19. Jahrhunderts. Für die Verfolgung der älteren historischen Entwicklung sind sie fast ohne Belang. Hätte nicht der Urkundenschatz des Geheimen Staatsarchivs in Berlin- Dahlem reichen Ersatz für die in Halle verlorenen Akten geboten und die reichhaltigen Bestände des Magdeburger Staatsarchivs an hallischen Judenakten vielfach ergänzt, so wäre es nicht möglich gewesen, den Anfängen und der Entwicklungsgeschichte der jüdischen Gemeinde zu Halle nachzugehen. Dies ist in den oben angeführten Abhandlungen unternommen worden. Weitere Untersuchungen über die Bedeutung der Juden für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Halle am Ende des 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, über ihre rechtlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse bereite ich zur Veröffentlichung vor. Auch bei der jüdischen Gemeinde . zu Halle haben sich keine Urkunden aus ihrer Gründungszeit mehr erhalten. Der gesamte überkommene Bestand an älteren und jüngeren Akten ist im Jahre 1914 dem Gesamtarchiv der deutschen Juden in Berlin unter Vorbehalt des Gemeindeeigentums zur Verwahrung übergeben worden. Die ältesten dieser Akten entstammen der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie betreffen die Satzungen der Gemeinde und die Bildung der Gemeindebehörden, die Fraenkelsche Stiftung (vgl. Kisch, a.a.O., 4, S. 135 Anm. 4, 152 Anm. 54), Synagogenbäu und Svnagogenplätze, Steuern und Rechnungswesen, Kultus und Wohlfahrtspflege, schließlich das Vereinswesen. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Halle bildet nur eines der zahlreichen Beispiele dafür, wie außerordentlich schwierig sich zumeist die quellenmäßige Erforschung und Darstellung der Geschichte der Juden in Deutschland gestaltet. Erhaltung wertvollen Urkundenmaterials, archivalische Bearbeitung und wissenschaftliche Erschließung müssen planvoll betrieben werden. Nur auf Einzelforschung kann sich eine Gesamtdarstellung aufbauen. Dies ist längst auch für die wissenschaftliche Erforschung der Geschichte der Juden erkannt. Vor mehr als zwanzig Jahren schon hat sich das Gesamtarchiv der deutschen Juden dies als Ziel gesteckt. In den Jahren 1909—1915 hat es fünf wertvolle Bände seiner Mitteilungen veröffentlicht. Seither ist nur ein einziger Band im Jahre 1926 gefolgt. Im Interesse der Wissenschaft wäre die Wiederaufnahme der Arbeiten und Fortsetzung der Veröffentlichungen des Gesamtarchivs wärmstens zu wünschen. Guido Kisch. Nachrichten 17. Deutscher Historikertag in Halle a.d.Saale vom 22. bis 26. April 1930. Aus der Fülle der Vorträge sei auf die mit besonderem Beifall aufgenommenen Ausführungen von Prof. Dr. Richard L a q u e u r, Gießen: „Das Kaisertum und die Gesellschaft des Römischen Reiches" und Prof. Dr. Richard Koebner, Breslau: „Staatsbildung und Städtewesen im deutschen Osten" hingewiesen. Ferner sprach Dr. Ernst Kantorowicz, Berlin: Grenzen, Möglichkeiten und Aufgaben der Darstellung mittelalterlicher Geschichte. Man sah seinen Ausführungen mit sehr großer Spannung entgegen, die schon äußerlich dadurch ihren Ausdruck fand, daß der Vortrag in die Aula der Universität verlegt werden mußte. Wissenschaftlich jedoch wurden seine Auseinandersetzungen nur sehr geteilt auf- 168