Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1930-1931
- Issue
- Heft 2
- Article
- Staatsbürgerolle der Breslauer Juden von 1812
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 12)
- Language
- German
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Willy Cohn. Staatsbürgerrolle der Breslauer Juden von 1812. I. Teil daß sich Reindel jetzt Urania nennt. Ollendorff erhielt die Stamm-Nr. am 1. Juni 1794 und starb am 20. November 1815. Zu 34 (S. 152 f.). Vgl. Brann: Geschichte der Brüdergesellschaft S. 54, Nr. 29, Schwiegersohn des Syndicus Lewin Benjamin Dohm, besaß von seiner Frau die Stamm-Nr. 115 ihres Großvaters Benjamin Jakob Dohm. Zu 37 (S. 153). Vollst. Verz. usw., S. 6, zu ihm vgl. auch Schlesische Instanzen-Notiz oder Verzeichnis der in Schlesien befindlichen hohen und niederen Königl. Landes-Collegien, Aemter und übrigen Behörden für das Jahr 1812 S. 162: Herr Dr. Pulvermacher wohnt auf der Büttnergasse in Nr. 37, vgl. ferner Fr e i hold: Die Oder und der Rhein 1802, S. 124. Zu 37 (S. 153). Wohl identisch mit Hirsch Jakob Bloch, den M. Brann in seiner Geschichte der Brüderg., a. a. O., S. 54 unter Nr. 23 aufführt. Bloch war Schwager des Rabbiners Salomon Abraham Tiktin und langjähriger Vorsteher der Synagoge der Gesellschaft Zu 40 (S. 153). Vgl. die Bemerk, zu Nr. 50. In der dort zitierten Liste hat Dr. Hentschel Nr. 18. Instanzien-Notiz a.a.O. S. 151: Herr Dr. Hentschel wohnt auf der Büttnergasse bei dem Kaufmann Lübbert Nr. 40. Vgl. zu ihm Dr. med. Anselm Davidsohn: „Dr. Elias Henschel in seinem Leben und 50-jährigen Wirken als Arzt und Geburtshelfer". Zum Besten der Isr. Kranken-Anstalt zu Breslau, Breslau 1837; ferner M. Brann: Geschichte der Gesellschaft der Brüder, S. 19 f., schließlich J. Graetzer: Lebensbilder hervorragender schlesischer Aerzte aus den letzten vier Jahrhunderten, Breslau 1889, S. 82 ff. Alle seine bisherigen Biographen geben seinen Geburtstag mit dem 4. April an; die Stammrolle mit dem 5. Elias Henschel ist eine bedeutende Persönlichkeit gewesen. Er arbeitete sich von kleinen Anfängen zu einem außerordentlich angesehenen Arzt empor. U. a. leitete er, wie wir aus der Aufzeichnung der Hebamme Hausmann wissen, die Geburt von Ferdinand Lassalle (vgl. die bei Nr. 15 Heymann Lassal angeführten Schriften von M. Brann). Seine drei Töchter Johanna, Jenny und Emilie (Nr. 92, 93, 94 unserer Stammrolle) starben vor ihm. Nur sein Sohn August (Nr. 95) überlebte ihn (vgl. die Bemerkungen zu ihm). Charakteristisch für die rasche Entfremdung vom Judentum, die die Epoche der Emanzipation mit sich brachte, ist die Tatsache, daß Elias Henschel noch aus durchaus streng jüdischem Milieu stammte und nur heimlich auf der Bodenkammer deutsch lernte, aber schon sein Sohn sich im Jahre 1820 taufen ließ, um 1821 Universitätsprofessor zu werden. Elias Henschel selbst starb hochbejahrt im Jahre 1839. Ueber die Stellung, die er in den letzten Lebensjahren in Breslau genoß, unterrichten die „Schlesischen Zustände im ersten Jahrhunderte der preußischen Herrschaft. Ein Bei- 161