Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1930-1931
- Issue
- Heft 2
- Article
- Staatsbürgerolle der Breslauer Juden von 1812
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 8)
- Language
- German
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Willy Cohn. Staatsbürgerrolle der Breslauer Juden von 1812. I. Teil Pferde-Makler, geb. 15. 2. 1783, unverheiratet, von hier geb., Sohn eines Schutzgen., stets hier in Breslau. — Friedericke Salomon, geb. weiß es nicht 1780, unverheiratet, von hier geb., Sohn eines Schutzgen., stets hier in Breslau. — Loebel Oldenburg, St.-N., lebt von Lohnwachen, ge"b. 24. 8. 1785, unverheiratet, Sohn eines St.-N., stets hier "in Breslau. — Israel Haber, Uhrmacher, geb. 16. 3. 1778, unverheiratet, Sohn eines Schutzgenossen, stets hier in "Breslau. — Israel Michael Manaße, geb. 7. 4. 1791, unverheiratet, Sohn eines Schutzgenossen, stets hier in Breslau. Abschluß: Es waren am 24. 3. 1812 bei 58 Familien im ganzen 158 Personen. Dazu traten bis zum 24. Sept. d. J. durch Geburt 1 Kind, durch Heirath 1 Frau, Sa.: 2 Personen. Bleiben für den 2ten oder drei Bergenbezirk der Stadt Breslau 160 Personen. Anmerkungen. Zweck der nachfolgenden Anmerkungen ist es, zu den wichtigeren Persönlichkeiten, die in der Staatsbürgerrolle genannt sind, biographisches Material beizubringen. Hierbei konnte eine Vollständigkeit selbstverständlich nicht erzielt werden. Andererseits verbietet der Raummangel, auf die As- und Descendenz der Genannten weiter einzugehen. Beim Vergleichen des Stammbuches der Breslauer Synagogengemeinde, das am 1. November 1791 angelegt wurde, ergaben sich sehr häufig Unstimmigkeiten zwischen den Geburtsangaben in jenem Verzeichnis und dem unseren. Es ist schwer zu entscheiden, welche Angaben die richtigeren sind. An und für sich wäre man geneigt, der staatlichen Liste von 1812 den Vorzug zu geben, aber man muß auch im Auge behalten, daß die Juden jener Zeit dem Datum ihrer Geburt wenig Wert beilegten. Bei denjenigen Juden, die sich der Behörde gegenüber 1812 als Stammnumeranten1) erklärten, ist versucht worden, die Nummer, die sie besaßen, zu ermitteln. Wenn dies nicht bei allen gelang, so liegt dies daran, daß das genannte Stammbuch der Breslauer Judengemeinde nicht mehr bis 1812 fortgeführt worden ist. Was die Hausnummern anbelangt, so erwies es sich als notwendig, da diese Hausnummern heute in Breslau nicht mehr üblich sind, sie auf die heutigen umzusetzen, dies ist jeweils in gesonderten Anmerkungen geschehen. Damit ist erreicht worden, daß man sich an der Hand eines Breslauer Stadtplanes leicht über die von Juden bewohnten Häuser ein Bild machen kann. Hierzu sei noch folgendes bemerkt: Bis zum Jahre 1825 besaß Breslau Hausnummern, die durch die ganze Stadt hindurchgingen und mit den Hypothekennummern identisch waren. In jenem Jahre wurde im Polizeipräsidium und Magistrat gemeinschaftlich eine Umnummerierung durchgeführt8). Die durch spätere Hände in der Stammrolle herbeigeführten textlichen Veränderungen sowie Verbesserungen auf Grund nachträglich genehmigter Namensänderungen sind durch Hinweise unter dem Text als solche kenntlich gemacht. 157