Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1930-1931
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Niederlassung der Juden in Berlin im Jahre 1671
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 19)
- Language
- German
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Moritz Stern. Die Niederlassans der Jaden in Berlin im Jahre 1671. thänigsten Erbieten gemäß die a[cht] Thl. jahrlichen Schutzgeld zu erlegen schuldßg] seyn. Signatum Potstam den 14. Sept.1") 1[671]." Immerhin war der Wohnsitz des Model Ries und der anderen Juden hiermit rechtlich anerkannt. Israel Aron und die sieben118) österreichischen Familien repräsentieren die Gründer der Berliner jüdischen Gemeinde. Als Gründungstage, wenn man von solchen sprechen will, sind der 12. und 14. September 1671 anzusehen119). Eine Vermehrung der jüdischen Ansiedlung erfolgte nur allmählich. Im Jahre 1671 fand nur noch eine einzige Judenaufnahme statt: am 28. Dezember die des Lazarus Israel120). Möglich, daß Israel Aron durch seine Auskunfterteilung die Niederlassung weiterer jüdischer Einwohner erschwerte. Doch konnte der Hofjude die Entwicklung auf die Dauer nicht aufhalten. Im Jahre 1672 fanden am 11. Juni Moses Leif (Moyses Levin) Lipschütz aus Helmstedt und am 11. Juli Jeremias Jacob aus Halberstadt in Berlin Aufnahme. 117) Geiger und danach S. Stern, Akten S. 23, Anra. 3 irrig zum 10. Sept. 118) Bei dieser Zählung sind Hirschel Ries, Koppel Ries und Jakob Gumprecht als selbständige Familien gerechnet. David Natte wird nicht mehr genannt. Ebenso wenig erscheinen die Namen der beiden Familien 9—10, die angekündigt waren. Kaufmann, S. 216, identifiziert David mit Jakob Koppel Kanitz-Ulm. Dessen Sohn Nathan Kanitz, Schwiegersohn des Jakob Joseph, begegnet uns 1709 in Berlin als Nathan Koppel aus Frankfurt a. d. Oder. Jedenfalls ließ sich David nicht in Berlin nieder; wahrscheinlich in Frankfurt a. d. Oder. Vielleicht ist er mit dem David Nathan identisch, der mit einem anderen Juden 1676 eine Konzession zum Tabakbau erhielt. Wo blieb Hirschel Lazarus? 119) Gegen Geiger I, 5—6 (wiederholt noch 1927 im „Jüdischen Lexikon" I, 869), der den 10. September angibt. 120) Kein Oesterreicher. Er hatte vorher, wenn auch nicht in Berlin, so doch unter des Kurfürsten Schutz „etliche Jahr hero gelebet undt durch ziemliche Verkehrung bey vielen vornehmen Leuten in diesen Landen mich beliebet gemacht". 149