Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1930-1931
- Issue
- Heft 2
- Article
- Studien über die bauliche Entwicklung der Judengassen in den deutschen Städten
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 7)
- Language
- German
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Alexander Pxnthus. Studien über die bauliche Entwicklung der Judensassen in den deutschen Städten. Verächtlichmachung oder ihrer Unwirtlichkeit wegen mit Juden in Verbindung gebracht wurde, oder auch Bauwerke, die ihren Namen den vermauerten jüdischen Grabsteinen verdanken. Hierhin gehören auch die mit jüdischen Mitteln errichteten und danach genannten Anlagen (Augsburg: Judenbastei, Godesberg)20). Die öfter erwähnten Judentore kommen für unsere Betrachtung nur insoweit in Frage, als sie wirklich den Abschluß der Judengasse bildeten und nicht nur den abgesonderten Einlaß der Juden in die Stadt (Meißen) oder etwa das von Kaufleuten vorzugsweise benutzte Stadttor bezeichneten oder auch das den Juden zur Bewachung übergebene Tor, welches unter Umständen recht weit außerhalb ihres Quartiers lag (Köln) 21). Aus dem Rahmen unserer Betrachtung fallen auch die häufig in. Flurnamen erhaltenen jüdischen Friedhöfe wie Judenberg, -büchel, -garten, -sand, -teich u. ä.22). Denn die jüdischen Begräbnisstätten liegen nach ritueller Vorschrift stets außerhalb der Stadt oft weit vor den Toren. t Manchen Hinweis geben auch die älteren Chroniken23) und Kartenwerke; so finden wir in der von Matthäus Merian illustrierten „Topographiae" des Martin Zeiller (32 Bd., Frankfurt a.M. 1641/88) auf den Ansichten von Straßburg i. E. und Landshut i. B. Judentore bezeichnet und in dem Plan von Düren die Stelle der einstmaligen, Judenschule angegeben. Die „Kosmographie" des Sebastian Münster (1515) zeigt in Würzburg das „Forum Judeorum". Mehrfach erwähnt sind Judenstätten in dem Werke von Georg Bruin „Civitates orbis terrarum" (Köln 1572/1618). Am interessantesten ist darin die Darstellung des „Oppidum Judeorum" auf dem Kasimiercz bei Krakau mit „Porta" und „Schola Judeorum". Die hier folgenden Notizen über die Lage der Judengassen in den deutschen Städten geben die von mir in der einschlägigen Literatur24) 20) Augsburg: Judenbastei (Fr. L. Steinthal: „Gesch. d. Augsb. Juden i. M. A.", Berlin 1911, S. 14), Godesberg: Die Burg G. soll 1210 aus konfisziertem Vermögen eines Juden erbaut sein. (Germ. Jud.: „Art. Bonn"). 21) Köln (Keußen: Topogr. II, S. 66*). 22) Gengier: „Stadtrechtsaltertümer", S. 118. 23) Köln: Keußen: Topogr. Augsburg, Straßburg, Magdeburg; „Chroniken d. dtsch. Städte", 5, 9, 7. Breslau: A. Schultz: „Topogr. Breslaus im 14. u. 15. Jhrdt.", Breslau 1877. Halle: M. Hertzberg „Gesch d. St. H. i. M. A.", Halle 1889, u. a. m. bei den „Notizen" im einzelnen benannt. 2*) Insbesondere M. Brann und A. Freimann: „Germania Judaica", Schriften herausgeg. zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, I, 1 Frankfurt a. M. 1917 („Germ. Jud."). A. Riemer: „Die Juden i. d. Niedersächs. Städten d. M. A." Diss. Göttingen 1907. (Riemer: „Niedersachsen"). Siegb. Neufeld: „Die Juden im thüringisch-sächsischen Gebiet während d. M. A.", Berlin 1917 (Neufeld: „Thüringen"). Leop. Löwenstein: „Gesch. d. Juden i. d. Kurpfalz" (Löwenstein: „Kurpfalz"). M. Brann: „Gesch. d. T. i- Schles.", Heft 1—6, Jahresberichte d. jüd. theol. Seminars Breslau 1896/97, 1901, 1907, 1910, 1917. (Brann: „Schlesien"). A. Rosenberg: „Beiträge z. Gesch. d. Juden i. Steiermark". Quellen u. Forschungen z. Gesch. d. J. i. Dtsch.-Oesterr. VI., Wien u. Leipzig 1914. (Rosenberg: „Steiermark"). Kretschmar: „Entstehen v. Stadt u. Stadtrecht i. d. Ge- 107