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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1930-04-01 · Heft 1 (April 1930) · p. Seite 28

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1930-1931
Issue
Heft 1 (April 1930)
Article
Die Urkunden für die Juden von Speyer 1090 und Worms 1157
Date
1930-04-01
Page
Seite 28 (sequence 1)
Language
German
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Die Urkunden für die Juden von Speyer 1090 und Worms 1157 von Sara Schiffmann Die Urkunde, die am 19. Februar 1090 von Heinrich IV. für die Juden in Speyer ausgestellt wurde1), ist in das Kopialbuch 262 des badischen General-Landesarchivs zu Karlsruhe aufgenommen worden. Das Kopialbuch, das dem Spe3rerer Domkapitel entstammt, ist vermutlich um das Jahr 1282 niedergeschrieben worden. — Die Urkunde für die Wormser Juden vom 6. April 11572), die Bestätigung einer Urkunde Heinrichs IV., ist uns ebenfalls nicht im Original, sondern als Insert in der Urkunde Friedrichs II. vom Juli 1236 für die Gesamtjudenschaft Deutschlands überliefert. Diese ihrerseits ist 1260 vom Bischof Eberhard von Worms abschriftlich beglaubigt, diese Beglaubigung zuletzt 1360 vom Erzbischof von Köln in einer eigenen uns erhaltenen Abschrift transsumiert und bestätigt worden. Für unsere Untersuchung ist von Bedeutung, ob die der Bestätigungsurkunde Friedrichs I. von 1157 zugrunde liegende Urkunde Heinrichs IV. uns in ihrem ursprünglichen Wortlaut vorliegt oder nicht. Dasselbe Problem gilt auch für die nur in der Kopie erhaltene Urkunde für Speyer von 1090. — Das genaue Datum der ursprünglichen Urkunde Heinrichs IV. für Worms ist in der Bestätigung nicht mitgeteilt, sondern nur allgemein angedeutet „tempore Salmanni eorundem Judeorum episcopi"3); auch die subscriptio fehlt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß bei der Bestätigung Textänderungen vorgenommen wurden. Fraglich ist ferner, ob der Text nicht durch die mehrfachen Transsumierungen gelitten hat. — Hoeniger, der die Wormser Urkunde von 1236 mit der!) Gedruckt bei Remling, U B 1 Nr. 67; Hilgard, U B I Nr. 12; Zeitschr. f. Gesch. d. Juden in Deutschland (ZGJ) I, 1888, S. 137 f. Bernheim, Urkunden Nr. 79.. 2) Zuerst ediert von Hoeniger in der ZGJ, Bd. I, S. 137 f.; Boos, UB II 740 f. s) Ist der hier angeführte Salman mit dem im Martyrologium genannten Rabbiner Salomon, einem Wormser Opfer des ersten Kreuzzugs (vgl. Salfeld, Martyrologium S. 103), identisch, so ergibt sich für die Ansetzung unserer Urkunde das Jahr 1096 als Terminus ad quem; ist ferner mit Bresslau eine Abhängigkeit der Wormser Urkunde von dem Speyerer Privileg 1090 anzunehmen, so ist das Jahr 1090 der Terminus a quo. Die Wormser Urkunde müßte dann zwischen 1090 und 1096 ausgestellt sein. — Täubler deutet mit Stobbe den Satz in dem Sinne, daß in der ursprünglichen Urkunde Heinrichs IV. der erwähnte Salmannus als Empfänger der Urkunde genannt wurde. Siehe Täubler, Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden V, 139; Stobbe, ZGJ 1, 213. 28

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