Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 3
- Article
- Drei ungenannte Empfänger Mendelssohnscher Briefe
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2259275-2259276-2259280-2260016--2651-2260116- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bruno Strauß. Drei ungenannte Empfänger Mendelssohnscher Briefe. Dr. Brummel im Haag verdanke, in den Stand gesetzt, mit Sicherheit zu sagen, daß Camper in der Tat, wie Mendelssohns Brief voraussetzt, im Sommer des Jahres 1780 in Berlin war. Bei diesem Aufenthalte hat er Mendelssohn kennen gelernt, hat ihm von seinem Freunde Hemsterhuys und seinen philosophischen Arbeiten gesprochen, Mendelssohns starkes Interesse erweckt und seine Wünsche wohl unmittelbar nach seiner Rückkehr in die Heimat zu befriedigen gesucht. Aus der einmaligen Berührung ist kein tieferes Verhältnis erwachsen,, weder zwischen Mendelssohn und Hemsterhuys noch zwischen Mendelssohn und seinem Correspondenten Camper. Die Gründe dafür ließen sich leicht entwickeln, doch würde das in diesem Zusammenhange zu weit führen. Daß wir nunmehr aber den Mann kennen, der .Fäden zwischen dem „holländischen Sokrates", wie man Hemsterhuys nannte, und dem „deutschen Sokrates" zu spinnen versuchte, und daß es gerade ein Mann wie Camper ist, darf freudig begrüßt werden. 254