Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Verbindungen von Juden in Deutschland mit denen in Babylonien und Palästina während des Mittelalters bis zum ersten Kreuzzuge
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 166 (sequence 2)
- Language
- German
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A. Freimann. Verbindungen von Juden in Deutschland mit denen in Babylonien und Palästina während des Mittelalters bis zum ersten Kreuzzujje. Auf der von Heinrich I. berufenen Synode zu Erfurt (932) wird ein Brief verlesen — es scheint der vom Dogen Petrus von Venedig und den venezianischen Bischöfen an Heinrich I. und die Bischöfe von Mainz gerichtete zu sein —, in dem von einem Juden die Rede ist, der von Jerusalem nach Deutschland gekommen sei und von Vorgängen in Jerusalem unter Schmähungen der Person Christi berichtet hätte*). Im Jahre 960 erfolgte eine Anfrage der Rheinländer (ött**1 >tP3K) an die „Gelehrten Palästinas" über die Zeit der Ankunft des Messias und rituelle Fragen. Isaak ben Dorbalo, der Rabbenu Tarn nach 1140 besuchte, berichtete7), in Worms diesen Brief gesehen zu haben8). Isak ben Dorbalo war selbst ein vielgewanderter Mann, der Polen, Rußland, Böhmen und Frankreich und, wie wir sehen, auch Worms kannte9). Der Brief kam nach Palästina, als Ahron ben Abraham als 3p3P pKÄ filW tPKI das Gaonat bekleidete10). Aus dem Brief ist auch ersichtlich, daß andere Anfragen vorausgegangen waren. Was das messianische Endziel betreffe, so sollten sie sich an das Jn der Bibel Verheißene halten, man bete auch für sie an den heiligen Stätten des Oelbergeslx). Etwa 100 Jahre später (nach 1062) richtete Meschullam ben Kalonymos aus Mainz liturgische Anfragen nach Palästina, die von dem Gaon Elia ha-Kohen und seinem Ab-Bet-Din Ebjiator beantwortet wurden12). Das Antwortschreiben hat sich in einem Oxforder Fragment noch erhalten13). Es wird in der ha- Iachischen Literatur an mehreren Stellen seinem Inhalt nach angeführt14). Auch von einem alten Werke, das aus Palästina nach 6) Aronius ,Regesten 123 u. 124. Krauss, Studien zur byzantinisch-jüdischen Geschichte 45. Krauss hat die mit Gewalt betriebenen Bekehrungen der Juden unter dem byzantinischen Kaiser Romanos Lekapenos (919—944) mit dieser vom Formbacher Abt Angelus Rumpier und den Gesta Berengarii überlieferten Nachricht in Verbindung gebracht, eine Nachricht, die uns auch durch Schechters Unknown Khazar Document aus der Genisa zu Kairo bestätigt ist. Vgl. Jew. Quarterly Review, N. S., III (1912) S. 62. ') Mtsch. 1897 S. 307. 8) Der Brief ist von Mannheimer, Juden in Worms, 27, Reifmann in pTTHJOil S. 55, nach einer Berner Handschrift von Perles in Graetz Jubelschrift 31 und von Büchler in R. E. J. 44 S. 238 gedruckt worden, vgl. Brüll, Jahrbücher II, 77 Anm. ibid IX, 87, Epstein im Kaufmann Gedenkbuch 297 und R. E. J. 66 S. 67 und Luzzatto, Briefe S. 794. 9) Vgl. über ihn Salfeld Martyrologium 114 Note 1; Epstein, Mtschr. 1897, S. 307 u. vmiO ed Buber Einl. XXIII. 10) Poznanski, Babylonische Geonim 84. «) Eppenstein in Mtschr. 63 S. 177. 12) Poznanski, Babylonische Geonim 93. Epstein in Mtschr. 47 S. 345. 14) Zunz Ritus 16 u. Mtschr. 47 S. 344. Zu den von Zunz und Epstein genannten Stellen ist noch Siddur Raschi § 177 und ^D*1ÖK "»tDIpV ed- Coronet in D'D'lWlj? ntP/On a' J* Freimann ifl Hoffmann - Festschrift, S. 499 Note 6, hinzuzufügen, vgl. auch D^ÖDIl DSISP 53 u. Sokolow Festschrift, 181. 166