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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-07-01 · Heft 2 (Juli 1929) · p. Seite 165

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 2 (Juli 1929)
Article
Verbindungen von Juden in Deutschland mit denen in Babylonien und Palästina während des Mittelalters bis zum ersten Kreuzzuge
Date
1929-07-01
Page
Seite 165 (sequence 1)
Language
German
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Verbindungen von Juden in Deutschland mit denen in Babylonien und Palästina während des Mittelalters bis zum ersten Kreuzzuge von A. Freimann Zu allen Zeiten haben die Juden Frankreichs und Deutschlands eine Verbindung mit ihren Brüdern im Osten aufrechterhalten. Wenn die Völkerwanderung auch alle Spuren der jüdischen Gemeinden am Rhein und an der Donau verwischt hat, so daß nur eine Nachricht über die Gemeinde in Köln (321) auf uns gekommen ist1), so ist es doch ziemlich sicher, daß Handelsverbindungen der deutschen Juden mit denen im Orient bestanden haben. Für die Zeit bis zu den Kreuzzügen sind die Nachrichten recht spärlich. Es soll versucht werden, sie zusammenzustellen, um dadurch Ergänzungen zu den Regesten, die Aronius begonnen, zu geben. Zunz hat behauptet, daß Isaac, der als Dolmetscher die von Karl dem Großen an den Kalifen Harun al Raschid geschickte Gesandtschaft begleitete und am 20. Juli 802 nach Aachen zurückkehrte und dem Kaiser seinen Bericht erstattete2), die Verbindung der deutschen Juden mit den babylonischen Akademien vermittelt hat, da in dengeonäischen Responsen Frankreichs zuerst um das Jahr 850 gedacht wird3). Der Handelsverkehr der deutschen Juden nach Asien wird auch durch eine anekdotenhafte Nachricht des Mönches von Sanct Gallen, der um 787—813 schrieb, beleuchtet. Karl der Große will den nach Ruhm und eitlen Dingen strebenden Erzbischof Richold von Mainz demütigen. Er befiehlt einem jüdischen Kaufmann, der öfter Palästina besuchte und aus dem Orient kostbare Stoffe und seltene und in Deutschland unbekannte Gegenstände brachte, dem Erzbischof eine Maus zu verkaufen unter dem Vorgeben, es sei ein von ihm aus Palästina gebrachtes seltenes Tier4). Die Briefe der Gemeinde Jerusalems an die Juden in Regensburg u.a., die beweisen sollten, daß in einzelnen Städten Deutschlands schon mehrere Jahrhunderte vor Christi Geburt Juden gewohnt hätten, die nicht an der Kreuzigung teilgenommen, sind längst als Erfindungen erkannt6). Immerhin beweisen auch sie, daß eine Verbindung der deutschen Juden mit den palästinensischen bestanden hat, die allgemein bekannt war. *) Aronius, Reg. 2. 2) ibid. Reg. 71. 3) Zunz, Ges. Schriften I, 157 No. 22. Aronius, Reg. 68. *) Aronius, Reg. 75. Höniger, Zeitschr. f. Gesch. d. Juden i. Deutschland 1,82. 5) Stobbe, Die Juden in Deutschland, 201. 165

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