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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-07-01 · Heft 2 (Juli 1929) · p. Seite 162

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 2 (Juli 1929)
Article
Jüdische Spitzenklöpplerinnen im Netzedistrikt
Date
1929-07-01
Page
Seite 162 (sequence 11)
Language
German
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Jacob Jacobson. Jüdische Spitzenklöpplerinnen im Netzedistrikt. einer Spitzenverfertigungsmaschine wurde die Spitzentracht popularisiert und vulgarisiert und das Unternehmen, wie Ephraim es in Westpreußen aufgezogen hatte, unrentabel gemacht. Der Krieg zwischen Frankreich und Preußen legte es vollends lahm. Gleichzeitig sank Ephraims persönliches Ansehen, das mit ein Hauptgarant seiner geschäftlichen Erfolge und seines Kredits gewesen war. Er, den ungesättigter Ehrgeiz30) jahrzehntelang gestachelt und immer wieder in delikate politische Missionen hineingetrieben hatte, wurde als Anhänger der Anti-Kriegspartei 1806 verhaftet und für eine kurze Zeit auf die Festung nach Küstrin gebracht. Er hat dann — ob für immer oder vorübergehend, blieb mir ungewiß — Berlin verlassen und hat es damals, ein Mann von 67 Jahren, noch erleben müssen, daß die wirtschaftliche Depression, welche der Niederlage folgte, auch sein Berliner Unternehmen mit fortriß. Am 5. 8. 1809 berichtet der Oberpräsident Sack aus Berlin31) an den Minister des Innern, Grafen Dohna, daß die Kantenfabrik des Geheimen Kommerzienrats Ephraim bankrott gemacht habe. B. V. Ephraim überlebte den Zusammenbruch nicht lange. In der Weihnachtsnummer der Vossischen Zeitung vom Jahre 1811 gab seine Frau, geb. Jeanette Philipp, in einer auffallend knappen Anzeige bekannt, daß er am 16. Dezember gestorben sei32). Auf dem alten Friedhof in Berlin3S), in der Oranienburger Straße (Große Hamburger Straße) fand er die letzte Ruhestätte. 30) Er selbst sagt von sich „lieber meine Verhaftung usw.", S. 81 —: Leider muß ich gestehen, ich war ein Gimpel, das meinige aufzuopfern, um mich bekannt zu machen. 31) Granier, a. a. O. S. 49Q. 32) In der Todesanzeige steht: im 71. Jahre seines Alters. Nach dem Beschneidungsregister der Berliner Jüdischen Gemeinde ist er aber am 10. 1. 1742 geboren. 33) Landshuth a. a. O. Nr. 768/2708. 162

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