Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Passau
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 130 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2259275-2259276-2259279-2259850--2485-2259944- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
W. M. Schmid. Zur Geschichte der Juden in Passau. vielleicht wünschte das Domkapitel auch den religiösen Versammlungsort der Juden nicht in unmittelbarer Nähe des Domes. Die Judenschule wurde also am Innufer errichtet und wird urkundlich von 1326—1427 bei Rechtsgeschäften anliegender oder benachbarter Häuser erwähnt. Das von der Südostecke des Marktplatzes durch das Pfandtor hin führende Gäßchen hieß im 14. Jahrh. die Schulgasse; nachdem der Bischof dort um 1425 das „Amtshaus" (Stadt-Gefängnis) erbaute, nannte man den Zugang das Schergengaßl und seit dem 18. Jahrhd. von einem dortigen Handwerksbetrieb das Zinngießergaß 1. Von der Synagoge hat sich keine Spur erhalten. (Abb. 1). Wir kennen nicht die genaue Zeit, wann die Juden aus dem Bereich der Altstadt weg an das rechte Ilzufer kurz vor deren Einmündung in die Donau versetzt worden sind. Gewöhnlich wird geschrieben, daß sie i n der Ilzstadt selbst ihre Häuser gehabt hätten; wir kennen aber den Bestand in dieser Vorstadt ziemlich weit zurück und wissen daher, daß hier immer nur Fischer, Zillner und Förgen (Schiffleute), Schopper (Bootsbauer), Schmiede, Wirte usw. ansässig waren, niemals Juden. Diesen war vom Bischof vielmehr angewiesen eine kurze Strecke schmalen angeschwemmten Uferlandes (Bschütt) unmittelbar unter dem St. Georgenberg (Oberhaus; s. Abbildung 3). Hier lag nördlich schon seit dem 14. Jahrhundert ein Ziegelstadel und von da bis zum Eingang der Feste Niederhaus25) war für höchstens 10—12 Häuschen und die „Schule" Platz. Diese Lage ergibt sich zweifelsfrei aus einem Schiedsvertrag zwischen Fb. Leonhard und der Stadt vom 24. Sept. 1443.2C) Die Bürgerschaft hatte gegen einen Bau protestiert, den der Bischof unter dem Schloß St. Jörgenberg bei der 11 z - -5) Der Durchbruch der Straße durch den Berg ist erst 1762 erfolgt. Mon. Boic. 28, II. 531. 130 7. Passau Ilzstadt. Kirche St. Salvator an Stelle der ehemaligen. Synagoge