Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1929-1930
- Issue
- Heft 2 (Juli 1929)
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Passau
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 126 (sequence 8)
- Language
- German
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W. M. Schmid. Zur Geschichte der Juden in Passau. 4. Passau Ilzstadt. Die Judensiedlung nach einem Bild des 17. Jahrhunderts. Residenz und der „Pfaffenhof" d. i. die Anlage der Domherrenhöfe; an diese „Immunität" schloß sich der Marktplatz an oder wie er hieß „unter Krämern". (Abb. 1). Da letztere Bezeichung nicht die Bedeutung des jetzigen Kleinhändlers hatte, sondern sich auf den „Kaufmann" bezog, finden wir auf dem Platz auch das große Kramhaus, das allgemeine Lagerhaus der Kaufmannschaft, der „Kramerzeche", daneben die für die Ballenwaren bestimmte Fronwage, dann eine Anzahl kleiner Kramhäuser im Besitz von Privaten und schließlich die auf allen mittelalterlichen Märkte^ anzutreffenden Ehehaftstische der Bäcker und Fleischhacker. Alle diese Anlagen sind z. T. schon nach Erbauung des spätgotischen Domchors 1492, spätestens aber nach dem großen Stadtbrand von 1662 verschwunden, wobei sich die Spezerei-, Tuch- und Seidenhändler in die nunmehr mit Läden versehenen, angrenzenden Häuser zurückzogen. Auf den Markt rückte aber nun die neugebaute bischöfliche Residenz vor, womit sein ganzer Charakter verändert wurde, wie auch sein Name in „Residenzplatz" sich verwandelte. In der Nähe des Marktes dürfen wir nun auch gleichwie in anderen Städten die Judensiedlung suchen und tatsächlich mündet auf seiner Nordseite von der Donau herauf eine schmale Gasse, mit (heute) 10 Hausnummern, die einstmals den 126